Im Rhythmus des Mondes: Niki Moser

Dass ihn manche belächeln, weil er sich nach dem Mondkalender richtet, daran hat er sich gewöhnt. „Wir wissen, es funktioniert. Den Boden bearbeiten wir an Wurzeltagen, die Reben an Fruchttagen“, erklärt Niki Moser. Bei Vollmond sei die Gefahr von Pilzinfektionen am größten. „Deshalb kräftigen wir in dieser Phase die Rebe mit Schachtelhalmtee.“ Verrückt machen lässt er sich vom Mond nicht. Wurzeltage hin oder her, nach heftigem Regen würde er niemals riskieren, den Boden zu beackern. Massive Verdichtungen drohten sonst, sagt Moser. Seit elf Jahren führt er das Weingut, als einer der ersten Winzer in Österreich biodynamisch, 2009 dann der erste Jahrgang mit Demeter-Zertifikat.
Arbeiten im Einklang mit der Natur, lautet das Credo des fünffachen Vaters. Nicht nur den eigenen Kindern vermittelt Niki Moser dieses Verständnis. Ganze Schulklassen führt er durch die Rebzeilen, um ihnen das Ökosystem zu erklären. Die Weinberge der Familie liegen in zwei ganz verschiedenen Regionen: Kremstal und Burgenland – mitten im Naturpark Neusiedler See. Direkt in der Nachbarschaft befand sich eine Station des WWF, mit der Moser seit 2006 kooperiert. „Wir bauen Wein an in einer sensiblen Zone, zwischen Hutweiden und Steppenlacken. Für mich bedeutet das, Verantwortung zu übernehmen“, betont Moser. Im Herbst nach der Lese reißen er und seine Arbeiter wilde Gehölze heraus, um die ursprüngliche Flora zu schützen. Ein Teil des Grünschnitts mit vielen Wildkräutern aus dem Naturreservat kehrt zurück als Kompost in die Rebgärten.
„Am liebsten bin ich draußen, vor allem die Ruhe im Winter genieße ich sehr. Andererseits treffe ich viele interessante Leute. Die Vielfalt macht meinen Beruf so schön“, schwärmt der Winzer aus Leidenschaft.
Welcher Wein ihm besonders am Herzen liegt, verrät er auch: Grüner Veltliner in allen Facetten. „Es ist immer wieder erstaunlich, welche Unterschiede die verschiedenen Lagen hervorbringen können.“ Außerdem hält er die Flagge des Zweigelts hoch – die österreichische Paradesorte schlechthin.

Weingut Sepp Moser, Rohrendorf (bei Krems), Österreich, www.sepp-moser.at

2 Kommentare

  • Grüner Veltliner ist auch mein Wein. Die fruchtig Frische und die feine Säure mag ich. Vielleicht hat der Mond mehr Einfluss auf Wachstumsvorgänge als wir meinen. Viele Vorgänge in der Natur wirken ohne dass wir dafür eine genaue Erklärung haben. Schöner Blogartikel.

  • Danke Andreas. Stimmt, und oft wird belächelt, was man nicht versteht.

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