Auf Reisen

Neulich war ich bei hr-INFO zu Gast in der Radiosendung „Auf Reisen – Ferien zwischen Reben und Trauben“. Das Interview, das Moderator Dominik Bartoschek mit mir führte, sowie die knapp halbstündige Sendung gibt es als Podcast oder hier zum Nachlesen.


Worum geht es im Buch? Wein oder Wandern?

Um beides. Das lässt sich wunderbar kombinieren. Zum Wandern gehört schließlich auch eine schöne Rast.

Genusswandern anstelle von Gipfelstürmen.

Wir wollen die Leser inspirieren, einmal durch alle deutschen Weinanbaugebiete zu laufen und zu entdecken wie vielfältig diese sind. Und was für tolle Weine hierzulande wachsen.

Die meisten von uns kennen die halbe Welt. Das heimische Revier dagegen kann warten. Machen wir später, wenn wir alt sind. „Weinwandern in Deutschland“ ist gedacht zum Anfüttern. Jetzt, statt irgendwann. In jede Region mal reinschnuppern. Und wo es einem besonders gefällt, tiefer einzutauchen.

Es gibt im Buch Touren für jede Kondition – vom Spaziergang bis zum Klettersteig mit viel Zeit zum Staunen und zum Rasten unterwegs. Wir haben in jeder Region das Typische gesucht und vorgestellt (z.B. Steillagen an der Mosel, Vulkangestein-Terrassen am Kaiserstuhl in Baden).


Wie sieht eine ideale Weinwanderung aus?

Uns geht es nicht darum, viele Kilometer zu machen oder auf den höchsten Berg zu kraxeln.

Das heißt nicht, dass nicht der eine oder andere schweißtreibende Anstieg dabei ist.
Insofern unterscheidet sich weinwandern gar nicht so sehr von normalen Touren.

Weinwandern ist einfach schön, weil es durch Gegenden führt, die zum einen landschaftlich sehr attraktiv sind und zum anderen auf relativ kleinem Raum eine große Vielfalt zu erleben ist. Und eben auch die Weine sehr vielfältig sind.

Ein Riesling vom Schieferhang im Rheingau schmeckt anders als einer, der an der Nahe gewachsen ist.
Einer aus der Steillage ist viel komplexer als ein Wein, der aus einer weniger aufwändigen Lage kommt.

Das Besondere ist auch, dass bei vielen Touren Informations-Tafeln im Weinberg stehen.
Es gibt Rebsorten-Pfade oder interessante Geschichten zu dieser oder jener Lage.

In der Pfalz gibt es bei Ungstein ein Rebsortenmuseum. Da stehen alte Sorten, Neuzüchtungen oder exotische Reben. Besonders interessant im Herbst, wenn man die Beeren probieren kann.

Anders an unserem Buch ist, dass es weniger wie ein klassischer Wanderführer geschrieben ist, sondern absichtlich subjektiv.


Wie sind die Tourenvorschläge angelegt?

Nach dem Baukastenprinzip und zwar so, dass man pro Wochenende eine Region besuchen kann.

Von jeweils Freitag bis Sonntag stellen wir ein Weinwanderprogramm vor, das die jeweilige Weinregion mit ihren Besonderheiten porträtiert.

Ideen für den Anreisetag, eine Tagestour am Samstag und eine Halbtagestour am Sonntag.
Die Tagestour dauert zwischen 4 und Stunden, die Halbtagestour 2 -3.
Mit ausreichend Zeit für genussvolle Pausen.

Für jede Strecke gibt es einen Info-Kasten. Dieser bringt das Wichtigste auf den Punkt: Ausgangspunkt, Dauer und Verlauf der Touren sowie Weingüter am Weg, Kartentipps, Adressen und Besonderheiten.

Viele Gebiete liegen so nah beieinander, dass sie sich kombinieren lassen – vom verlängerten Wochenende bis zum kompletten Weinwanderurlaub.



Was kann ich lernen beim Wandern mit Ihrem Buch?

Das Weinwissen liegt förmlich am Wegesrand,
das haben wir im Text aufgegriffen oder in einem separaten Kasten erklärt.

Zum Beispiel, warum in manchen Weinbergen zwischen den Reben Gras oder Wildkräuter wachsen, in anderen dagegen jeder Halm entfernt wird.

Oder wofür eine Trockenmauer wichtig ist.

Bei einer Tour an der Hessischen Bergstraße z.B. kommt man an einer Skulptur mit einer Reblaus vorbei – und erfährt Interessantes zur Reblauskatastrophe in Europa.

Nach der Tour im Rheingau weiß der Leser, was „Gebück“ bedeutet bzw. was eine Rheingauer Flöte ist.

Und, wie schon gesagt, lernt man, die einzelnen Rebsorten zu unterscheiden. Rebsortenpfade sind fast in jeder Region zu finden. Besonders interessant ist das natürlich ab dem Spätsommer bis kurz vor der Lese im Herbst.

Da sieht man nicht nur, wie unterschiedlich die Blätter sind in Farbe und Form, sondern auch bei den Trauben.


Welche Jahreszeit ist geeignet?

Weinwandern ist zu jeder Jahreszeit ein Genuss:

Im Frühjahr, wenn das frische Grün an den Reben erscheint,
im Mai blühen oft Löwenzahn, Klee und viele Wildkräuter im Weinberg, das ist herrlich anzusehen

Im Sommer (Achtung: Wenig Schatten in den Weinbergen!! Unbedingt Sonnenschutz einpacken), passt zum Beispiel die Pfälzer Tour zum Weinbiethaus bei Neustadt an der Weinstraße sehr gut, da diese durch den Wald führt – mit immer wieder weiten Blicken über die Reben.

Im Herbst, wenn sich das Laub bunt verfärbt und im Weinberg mit den Lesearbeiten richtig was los ist, das ist richtig was fürs Auge und

Selbst im Winter kann man weinwandern. An einem sonnigen Januartag durch kahle, verschneite Weinberge zu laufen, hat seinen eigenen Reiz.


Welche Regionen sind für wen geeignet?

Wer sich für Riesling aus Steillagen besonders interessiert, dem wird es vielleicht an der Mosel am besten gefallen. Burgunderfans finden sicher an der Ahr oder in Baden etwas nach ihrem Geschmack.

Es gibt in jeder Region Spannendes zu entdecken. Man sollte sich vor allem Zeit nehmen und die Besenwirtschaften besuchen, mit den Winzern ins Gespräch kommen.

Interessant sind auch die kleineren Weingebiete, wie Sachsen, deren Weine man außerhalb der Region ja nur selten zu probieren bekommt.

Wer’s sportlich mag: Der Calmont Klettersteig im steilsten Weinberg Europas hat bis zu 60 Prozent Steigung.

Schwindelfrei sollte man schon sein, denn da ist teilweise ordentlich Luft unter den Schuhen. Aber es lohnt sich. Am Wochenende bewirtschaftet ein Winzer die kleine Hütte beim Gipfelkreuz.

Aber es gibt auch Kinderwagengeeignete Touren, von leicht bist schwer, ist alles dabei.

Auch landschaftlich hat jede Region was zu bieten, ob Flüsse oder alte Schlösser.

Tipp: Wenn möglich, sollte man mal mit einem Weinerlebnisbegleiter gehen. Die haben so manche Anekdote noch auf Lager.


Wo gibt es den Weinwanderführer?

 


Den Wanderführer „Weinwandern in Deutschland“ gibt es für 11,95 Euro im deutschen Buchhandel, unter www.weinwandern-in-deutschland.de und in den Tourist-Informationen der Region.

Zusammen mit einer schönen Flasche Wein ist das Buch übrigens ein tolles Geschenk für Kunden und/oder Mitarbeiter. Und Weihnachten ist ja auch nicht mehr weit…

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