Das Dorf im Schatten von Château Chambord

Chateau Chambord
Chateau Chambord

Der Kontrast könnte kaum deutlicher sein: hier das monumentale Château de Chambord mit seinen 426 Zimmern, 77 Treppen und 282 offenen Kaminen. Allein die Mauer um das Anwesen: 32 Kilometer lang. Das größte der Loire-Schlösser. Und da das unscheinbare Winzerdorf Saint-Dye-sur-Loire. Ohne das es das gigantische Schloss wohl nicht geben würde. Zumindest wäre der Bau um einiges komplizierter geworden, denn die Baumaterialien gelangten über den Loire-Hafen des Nachbarortes nach Chambord, mehrere Dutzend Schiffe am Tag.

Sein Schattendasein kümmert das Dorf wenig, Saint-Dye-sur-Loire hat sich auf seine Weise herausgeputzt: mit hübschen Renaissance-Häusern, einem Restaurant, der Kirche und dem lauschigen Flussufer. La Fontaine, Molière und D’Artagnan waren zu Gast. Heute sind es eher Camper und Radfahrer, die einen Stopp einlegen und die Ruhe am Wasser genießen.

Die ganze Geschichte der Liaison zwischen Schloss und Dorf erzählt das Maison de la Loire, das im ehemaligen Postamt untergebracht ist, unter anderem mit einer Dauerausstellung über die Schifffahrt und den Handel auf der Loire.

Château de Chambord liegt knapp 15 Kilometer östlich von Blois in einem ausgedehnten früheren Jagdgebiet, mehr als 5.000 Hektar. Das entspricht dem inneren Stadtgebiet von Paris. König Franz I. ließ das Prunk- und Jagdschloss in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichten – mit einer scheinbar endlosen Zufahrt, an deren Ende sich die Silhouette im Morgendunst abzeichnet. Dauerhaft bewohnt war es nie. Nur ein paar Mal im Jahr, während der Jagden, logierten im Schloss mehrere tausend Personen.

Vergnügen kann man sich immer noch auf Château Chambord: Jeweils im Juli findet ein Festival, am ersten Mai ein riesiger Flohmarkt statt und – natürlich – Jagden.

Saint-Dye-sur-Loire und Chambord liegen rund 50 Kilometer südwestlich von Orléans, www.chambord.org

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