Jacaranda Wine & Guest Farm

Jacaranda Wine & Guest Farm, Wellington
Jacaranda Wine & Guest Farm, Wellington

Vor unserer Tour auf der Route 62 wollen wir noch ein bisschen Zeit auf einem Weingut verbringen. Wellington liegt quasi an der Strecke und ziemlich zentral für Ausflüge in die Winelands: 15 Minuten von Paarl entfernt, 35 Minuten bis Stellenbosch, Tulbagh oder ins Swartland.
Die sympathischen Eigentümer von Jacaranda Wines habe ich ein paar Wochen zuvor auf der Cape Wine Show in Kapstadt kennengelernt und so wählen wir die Farm in Wellington als unsere Homebase für die nächsten Tage.

Jacaranda Wine & Guest Farm
Jacaranda Guesthouse
Jacaranda
Jacaranda Guesthouse

Birgit und René Reiser haben das Weingut 2009 gekauft und vermieten auf der Farm zwei Cottages im kapholländischen Stil und eine Familiensuite. Das deutsch-schweizerische Paar hatte die Suche schon fast aufgegeben, als sie eines Morgens die Annonce in der Zeitung lasen. Diese eine Farm schauen wir uns noch an, sagten sie – und verliebten sich auf der Stelle in das Anwesen.
Glauben wir sofort. Jacaranda ist ein Ort, an dem man sich auf Anhieb wohl fühlt: Reben, die bis ans Haus wachsen, im Hintergrund die Groenberg-Kette, der hübsch gekachelte Pool und im November ein Blüten-Feuerwerk in Lila der alten Jacaranda-Bäume.

Jacaranda
Birgit und René Reiser, Winzer & Gastgeber

Zu unserer Gastgeberfamilie gehören außer Birgit und René noch Anni und Tommi, die zwei quirligen Hunde sowie die Katzen Emma und Ollie. Deren Stammplatz ist jeweils auf einem der beiden Barriquefässer, die links und rechts vom Eingang stehen.

Unser Appartement lässt keine Wünsche offen: zwei geräumige Zimmer, Bad, Küche mit Kühlschrank (inklusive perfekt gekühltem Rosé!) und Terrasse. Draußen sind über 40 Grad im Schatten, selbst für Wellington ein ungewöhnlich heißer Tag. Da hilft nur noch ein Sprung in den Pool, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen.

Guesthouse auf Jacaranda
Guesthouse auf Jacaranda
Jacaranda Farm
Jacaranda Guesthouse
Jacaranda Farm
Jacaranda Guesthouse

Acht Uhr abends, das Thermometer zeigt immer noch 38 Grad. Wir sind zum Tasting der Jacaranda-Weine mit Birgit und René auf der Terrasse verabredet: Chenin Blanc und Sauvignon Blanc, zwei meiner Lieblingsrebsorten. Zur Probe der Rotweine wechseln wir später lieber in den runderneuerten Keller, wo es erfrischende 20 Grad hat. Früher befand sich an dieser Stelle das alte Wasserreservoir, die Tanks standen drum herum. Das nagelneue 4500-Liter-Holzfass wurde erst eine Woche vor unserem Besuch angeliefert. Reine Millimeterarbeit, das Ding durch die Tür zu bugsieren. Ein paar Tage später blubbert der neue Wein drin.

Speziell bei den Rotweinen zieht sich der Stil wie ein roter Faden durch die gesamte Kollektion. René erklärt uns, dass Böden und Klima dem der Rhône sehr ähnlich sind. Der Rhône-Stil passt zu Jacaranda und so baut er unter anderen Shiraz, Mourvédre und Viognier an. Die Weine sind fruchtbetont, mit präsenten, aber nicht im Vordergrund stehenden Gerbstoffen.

3,5 Hektar Rebfläche gehören zur Farm, alles wird von Hand und nachhaltig bearbeitet. Die meisten Reben haben die Reisers heraus gerissen und neu gepflanzt, bis auf einen Block mit alten Chenin-Blanc-Reben. Die liefern einen Wein, der nicht nur konzentriert ist, sondern manchmal geradezu opulent. Wie der 2013er Jacaranda Estate Old Vine Chenin Blanc, der mit satten 16,5 Volumenprozent an einen Sherry erinnert. Ein Wein, den man entweder liebt oder gar nicht mag. Zwischendrin gibt es nichts. Und ein Chenin Blanc, den es so wohl kein zweites Mal gibt. Von 38 Jahre alten Reben, noch in der alten Korbpresse abgepresst, Mazeration für zwei Tage, mit zwei Gramm Restzucker trocken vergoren und zehn Monate in französischer Eiche gereift. Eine der letzten (von nur 320) Flaschen öffen unsere Gastgeber an diesem Abend für uns.

Reben Jacaranda
Reben bis ans Haus
Frühstück auf Jacaranda
So lieben wir ein Frühstück.

Am nächsten Morgen ist der Frühstückstisch auf der Veranda so reichlich wie liebevoll gedeckt: Eier, Pfannkuchen, selbst gemachte Marmelade, Brot und Salat, Joghurt – alles so lecker, dass wir gar nicht anders können, als von allem zu probieren.

Apropos probieren: In Wellington lohnt sich auch ein Besuch beim Destiller Jorgensen, der Gin, Wodka, Brandy, ja sogar Absinth herstellt. Diesen und weitere gute Tipps geben uns Birgit und René reichlich mit auf den Weg (und wir gern hier weiter).

Wandern kann man im Gebiet am Groenberg auf unmarkierten Wegen und im Hawaquwa gibt es einen geführten Wine Walk, der drei bis vier Tage dauert. Eher ein Spaziergang ist der Wasserfall-Trail im Bovlei Valley, ein knapp zwei Kilometer langer, markierter Rundweg. Ein Permit kostet 20 Rand (erhältlich im Coffee Shop der Welvanpas Farm, Bovlei Rd).

Dann wäre da noch ein Game Drive im Bontebok Ridge Reserve, ein Besuch bei den Alpacas von Linda und Steve auf der Klein Limietrivier Farm oder einfach nur ein Lunch im Nummer 6 im Weingut Welbedacht. Eigentümer ist kein Geringerer als der ehemalige südafrikanische Rugby-Star Schalk Burger.

Hervorragend diniert haben wir im Val du Charron, einem hübsch gelegenen Hotel & Spa im Bovlei Valley, nur ein paar Minuten von der Farm entfernt. Ende 2015 eröffnete dort das hauseigene Restaurant The Local Grill. Das Dry Aged Beef auf der Karte ist grandios.

Auf den Punkt gereift: Dry Aged und Wet Aged Beef im Local Grill
Auf den Punkt gereift: Dry Aged und Wet Aged Beef im Local Grill
Restaurant No. 6
Restaurant No. 6, Welbedacht Wine Estate

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Alpaca Farm
Alpaca Farm
Wasserfall Trail
Waterfall Trail


Mehr Informationen:

Hinkommen:
Von Kapstadt via R44, Jacaranda Wine Farm & Guesthouse, Old Hermon Road, Wellington, www.jacarandawines.co.za

Essen & Trinken:
Destiller Jorgensen, Regent Street, Wellington, www.jd7.co.za
The Local Grill, Val du Charron, www.vdcwines.com
Nummer 6, Weingut Welbedacht, www.schalkburgerandsons.co.za

Erleben:
Klein Limietrivier Alpaca-Zucht (Wegbeschreibung am besten bei Birgit erfragen)
Bontebok Ridge Reserve, bontebokridge.co.za
Wellington Wine Walk, winewalk.co.za

6 Kommentare

  • Das Weingut sieht sehr einladend aus. Es hat schon was, mitten in den Weinfeldern zu übernachten. Sehr interessant finde ich auch Deine Tipps zur Alpaka-Zucht und zum Wellington Wine Walk. Die merke ich mir für unsere nächste Reise nach Südafrika.
  • Fantastisch, wenn man nach der Weinprobe sein Haupt gleich auf das Kissen so einer gemütlichen Unterkunft betten kann.
    Auch die Wanderungen in der Umgebung sind sicherlich ganz interessant – für mich allerdings lieber nicht bei 40 Grad….
  • Wir sind schon dabei unsere Rucksäcke zu packen:-) Wir sind ja große Fans von Wanderungen, die mit einem Genusskrönchen abschließen, z.B. auf einem Weingut zu übernachten und zuvor die Köstlichkeiten zu probieren. Das würde uns hier auch gefallen!
  • Das glaube ich auch. Beim dem guten Essen sollte man sich auch ein bisschen bewegen zwischendurch. Das Tolle ist, es gibt für jedes Fitness-Level etwas dort.
  • Das war definitiv auch für mich zu viel und wir haben uns in den Pool zurückgezogen.
  • Wellington ist vielen kein solcher Begriff wie Stellenbosch oder Paarl, hat aber durchaus seine Reize, da es weniger touristisch ist.

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