Balik Ekmek, das Kult-Fischbrötchen

Es gibt Fischbrötchen. Und es gibt Balik Ekmek. Das Makrelensandwich gehört zu Istanbul wie der Bosporus. Nicht einmal Döner hat eine Chance gegen Balik Ekmek, dem inzwischen meist verkauften Snack in der Stadt. Gemacht wird der so: Weißbrot auf dem Grill rösten, aufklappen und ein gegrilltes Makrelenfilet reinlegen, Zwiebeln, Salat, Tomaten und Chili drauf, ein Schuss Zitrone und würzen – fertig.
Früher wurde Balik Ekmek direkt vom Boot verkauft, als billiges Frühstück für die Arbeiter. Irgendwann hatte die Stadt Angst um ihr Image, da die Docks immer mehr verdreckten und verbot den Verkauf. Seitdem stehen die Verkäufer mit ihren Grills neben der Brücke, die die Altstadt Istanbuls mit Beyoglu, dem modernen Teil, verbindet. Eine Handvoll Balik-Ekmek-Boote gibt es seit einigen Jahren wieder ganz legal – is(s)t gut für das Geschäft mit den Touristen. Rund 3.000 sollen die jeden Tag verzehren. Dass der Fisch dafür frisch aus dem Bosporus geangelt wurde, muss man ja nicht unbedingt glauben.

In Istanbul musst du unten an der Galata-Brücke unbedingt mal Balik Ekmek essen, empfahl mein Bekannter. Er lebte lange in Istanbul, sollte es also wissen. Als ich allerdings das Gewusel auf den fest vertäuten Booten sah, kam ich ins Grübeln. Ob er wirklich diese „Sandwich-Fabriken“ gemeint hat? Fast nicht vorstellbar. Wie am Fließband ging es da zu: Brot auf, Makrele rein, noch’n Salat drüber werfen, zuklappen, Papier rumschlagen – Massenabfüttern im Sekundentakt.

balikekmek_boote

Knapp zwei Euro kostet der Spaß, den Blick aufs Meer inklusive. Und genau da schmeckt er (uns) am besten – allerdings am anderen Ende der Galatabrücke an einem eher unauffälligen Stand in Karaköy. Dort stehen abends zwei ältere Männer mit ihrem Grill. Der eine schneidet in aller Ruhe das Gemüse und die Brote, der andere behandelt jede Makrele einzeln. Er zupft die Gräten heraus und die Haut mit der Zange ab, grillt das Brot, belegt und würzt es – immer schön eins nach dem anderen. Eigentlich mag ich gar keine Makrele, doch selten fand ich ein Fischbrötchen köstlicher als dieses.

Nur eines fehlt jetzt noch zum Glück: Fisch muss schwimmen. Am besten in Weißwein. Da in Istanbul ziemlich restriktiv mit dem Thema Alkohol umgegangen wird, gestaltet sich die Suche etwas schwierig. Aber nicht unmöglich. Nur wenige hundert Meter weiter liegt das „Robin’s„, eine lässige Kombination aus Bar und Restaurant. Und das Coolste: Ein nagelneuer edelstahlglänzender Aufzug bringt uns direkt auf hauseigene Dachterrasse. Türkischer Weißwein und der Blick auf die Lichter der Stadt, über das Goldene Horn nach Fatih und über den Bosporus bis zum asiatischen Teil Istanbuls krönten unser etwas anderes Fisch-Dinner. Den klaren Nachthimmel und die Rufe des Muezzins von der nahen Moschee inbegriffen.

Robin’s food.bar.roof – Galip Dede Caddesi No. 56, Şahkulu Mahallesi, 34421 Galata, Beyoğlu, Istanbul – www.robins.com.tr

galataturm

[mc4wp_form id=“18746″]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wordpress Anti-Spam durch WP-SpamShield