Rheingau Rieslingpfad

Nicht nur für Rieslingfans: Eine 18 km lange Wanderung durch die Weinberge des Rheingaus – Panoramablick auf den Rhein inklusive.
Da der Rieslingpfad kein Rundweg ist, bringt uns das Taxi in den Geisenheimer Ortsteil Johannisberg. Oberhalb des Klosters links geht’s in die Weinberge und auf den offiziellen Wanderweg, der kurz darauf hinunter zur Straße Richtung Kloster Marienthal führt. Vorbei an den Mühlen, deren Gutsausschank leider erst ab 16 Uhr öffnet. Beim Kloster zweigt der Rheinsteig nach der scharfen Kurve rechts ab und steigt steil bergan und wechselt nach wenigen Minuten auf einen breiten Asphaltweg bis zum Stift Nothgottes durch den Wald, idyllisch an kleinem Bach entlang.

Weiter geht‘s auf Wiesenwegen bis Geisenheim, wo wieder Weinberge in Sicht kommen. Und ein schöner Rastplatz mit bester Aus- und Rebsicht. Riesling wächst hier vor allem, weiter bei Assmannshausen ist die Hochburg von Spätburgunder. Oberhalb des Ortes mit schöner Panoramasicht, im Rücken die Abtei St. Hildegard, ist es Zeit für die erste Pause. Wenig später passieren wir die Weinberge von Chat Sauvage, einem noch recht jungem Weingut, das feinste Burgunder im Rheingau produziert. Für den Pinot Noir aus Assmannshausen muss man jedoch etwas tiefer in den Geldbeutel greifen. Verglichen mit dem Burgund, sind die 28 € für den Ortswein trotzdem fast ein Schnäppchen.

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Sessellift Rüdesheim

 
Unterhalb vorbei an diesem ziegelroten kollosalen Bauwerk des Benediktinerinnenklosters verläuft die Tour durch die Rebzeilen oberhalb von Rüdesheim Richtung Assmannshausen. Der Sessellift vom Niederwalddenkmal schwebt über unsere Köpfe. Jetzt muss man sich entscheiden: hier oben in den Weinbergen auf dem Trockenen sitzen oder unten im Ort Rüdesheim einen erfrischenden Rieslingschoppen genießen. Rund hundert Meter vom Weg auf halber Strecke lockt ein Gutsausschank, jedoch erst ab 16 Uhr.

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Mittlerweile nähert sich der Weg dem Rhein durch die Steillage Rüdesheimer Roseneck. Der Name stammt von den Wildrosen, die hier oft auf den Felsvorsprüngen wachsen. Nach der Burgruine Ehrenfels mit Blick auf den Mäuseturm bei Bingen, es geht bergauf über die rötlichen Schieferböden immer entlang des Rheins. Nach drei Stunden Gehzeit liegt das Ziel der Wanderung vor uns: der Assmannshäuser Höllenberg. Der heißt nicht etwa so, weil die Arbeit hier die Hölle wäre. Das vielleicht auch manchmal. Der Name kommt vielmehr „helde“, das mittelhochdeutsche Wort für steiler Hang. Noch ein kurzer Abstieg zur Kirche via 200 Stufen (nicht gezählt) und wir sind in Assmannshausen. Ziemlich verschlafen wirkt der Ort. Das einzige Café, das ein paar Stühle in der Märzsonne stehen hat, ist voll. Und nun? Den Zug nach Rüdesheim nehmen (stündlich) und dort einkehren. Oder mit dem Taxi zurück zum Ausgangspunkt und auf der Schlossterrasse einen kühlen Riesling bestellen. Oder zwei.

Der Spätlesereiter von Schloss Johannisberg

Im Rheingau wurde die erste Spätlese gekeltert, sagt man am Rhein. Und zwar auf Schloss Johannisberg. Vor mehr als 900 Jahren wurde das Weingut gegründet. Bevor die Trauben gelesen werden durften, müsste der Fürstbischof von Fulda zustimmen. Im Jahr 1775 verspätete sich der Bote aus nicht geklärten Gründen, erst mehr als eine Woche zu spät ritt er im Schloss ein. Die Trauben waren inzwischen vom Edelpilz befallen, die Mönche ratlos. Entschieden, die Trauben dennoch zu verarbeiten – und produzierten den besten Wein, den Schloss Johannisberg bis dahin kannte.

Die Reben wachsen direkt unterhalb am Schlosshang mit Blick auf den Rhein. Die 35 ha große Einzellage wird exklusiv von Schloss Johannisberg bewirtschaftet.

Diese und 23 weitere wunderschöne Touren gibt es als kompakten Weinwanderführer „Weinwandern in Deutschland“ im praktischen Format für unterwegs.

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