Pasta on the rocks – Geheimnisse des Mountain Dining

Pasta on the rocks

Wer Kinder hat, wird ziemlich wahrscheinlich im Laufe der Zeit zum Pasta-Experten. Spaghetti, Makkaroni, Penne oder Farfalle bestimmen nämlich knapp zwanzig Jahre lang den wöchentlichen Familienspeiseplan. Okay, es gibt hunderte Nudelsorten und in Kombination mit allerlei Saucen haben wir es immerhin geschafft, Teigwaren noch immer zu lieben. Jeder Input (Nur: bloß nicht zu kreativ, der Nachwuchs liebt es konservativ-beständig!) ist also herzlich willkommen. Das neue Kochbuch von Markus Holzer Pasta on the Rocks – Geheimnisse des Mountain Dining kommt da sehr gelegen. Markus ist ein junger, ambitionierter Koch im Hochpustertal und hat seine Erlebnisse in der Küche aufgeschrieben – verpackt in unterhaltsame Episoden vom Stift (Lehrling) bis heute, wo er als Chef sein eigenes Restaurant führt, das Jora Mountain Dining.

Pasta on the rocks – Geheimnisse des Mountain Dining

Pasta on the rocks - Geheimnisse des Mountain Dining
So macht Pasta Spaß!

Pasta on the rocks ist kein klassisches Kochbuch, eher ein Koch-Lese-Buch. Was schon beim Inhaltsverzeichnis auffällt, in dem Rezepte leider nicht erscheinen, sondern nur als Stichworte im Glossar am Buchende. Die 25 Kapitel erzählen von (Markus‘) Quellen des gutes Geschmacks, Küchengeflüster, Südtiroler Eigenheiten & Produkten, Sterneküchen & Leibgerichten. Nach jeder Episode folgen drei Pastarezepte, die witzig und kreativ bebildert sind.

Seinen Anspruch an gute Zutaten und regionale Küche vermittelt der junge Südtiroler sehr sympathisch. Er nimmt sich selbst niemals zu ernst, und serviert mit diesem Buch gleichzeitig hervorragendes Selbstmarketing: Wer so authentisch rüber kommt, zu dem setzt man sich gern an den Tisch. Das ist einer von nebenan. Einer der es geschafft hat, auch wenn er anscheinend immer etwas zu langsam war.

Dass ihn jede Station etwas weitergebracht hat, beweisen die Rezepte. Einflüsse aus Südtirol, München oder Florenz ergänzen sich auf dem Teller bestens. Markus erklärt auch, warum es Blödsinn ist, Nudeln mit kaltem Wasser abzuschrecken und wie man es anstellt, dass die Sauce an der Pasta bleibt und nicht als Pfütze am Tellerboden schwimmt.

Beeindruckt haben mich die grün-schwarzen Bandnudeln mit Morcheln und Frühlingsgemüse. Der optische Spezialeffekt entsteht so: Je ein Nudelteig aus Spinat und mit Sepia-Tinte werden übereinander gelegt und zusammen durch die Maschine gerollt. Aber auch Schwarzbrot-Ravioli mit Selchfleisch und Trüffel und die Schlutzer werde ich sicher bald ausprobieren. Markus‘ Plädoyer für selbst gemachten Nudelteig wirkt bereits: Ich habe nach einer geeigneten Nudel-Maschine gesucht …

Pasta on the rocks ist eine unterhaltsame Lektüre, die von ehrlicher Südtiroler Küche erzählt und von dem, was sonst so hinter Küchentüren vor sich geht. Jawohl, Pasta rockt!

Für diese Rezension hat mir Markus Holzer ein Exemplar seines Buches geschickt – mit persönlicher Widmung. Vielen Dank.

2 Kommentare

  • Danke liebe Antje für den Lektürebericht 🙂 freut mich sehr, dass du dich bereits nach einem geeigneten Gerät umschaust, wünsch dir viel Spaß und Genuss mit der selbstgemachten Pasta!

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