Gruyères. Mehr als Käse.

Gruyere

In der Fribourg Region machen sie das beste Käsefondue überhaupt. Sagen selbst Schweizer aus anderen Kantonen. Moitié-Moitié, also halb Gruyère AOC, halb Vacherin Fribourgeois AOC. Am besten erkunden wir das an der Quelle: in Gruyères. Der Ort wirkt wie aus dem Werbeprospekt für landschaftliche Idyllen ausgeliehen. Touristisch, aber trotzdem gemütlich geblieben. Fast niedlich, so überschaubar ist alles. Man kann das ganze Dorf sogar mieten für eine Hochzeit oder andere Feste, wird erzählt.

Das beste Käsefondue meines Lebens habe ich im Hôtel la Fleur de Lys gegessen. Nun ja, es war mein ersten Mal. Bisher kannte ich das nur als gummiartige, fädenziehende gelbe Masse. Das liege am Emmentaler, lästern die Fribourger. Was stimmt ist, dass beim Moitié-Moitié der Käse dort haften bleibt, wo er soll: am Brotwürfel. Noch besser als Brot schmecken mir die kleinen Kartoffeln mit dem Käse, die ganz oder halbiert aufgespießt und eingetunkt werden. Dazu gibt es saure Gurken und Bündnerfleisch.

FribourgRegion - 12

Käsefondue ist nicht unbedingt das, was als Diätfutter durchgeht. Das Kaloriengewissen beruhigt sich aber schnell wieder bei einer Käse-Wanderung von Alp zu Alp. Die schwarz gefleckten Freiburger Kühe, die die Milch liefern für den würzigen Greyerzer-Käse («Le Gruyère»), weiden inmitten in dieser Bilderbuchlandschaft zwischen den Hängen von Moléson und Dent du Chamois. In der Alpkäserei von Moléson wird wie früher in einer typischen Alphütte aus dem Jahre 1686 zweimal täglich Käse über dem Holzfeuer hergestellt. Eine kürzere Alternative führt von Moléson-sur-Gruyères nach Pringy, vorbei an der Schaukäserei Pringy, wo man Gruyère AOP produziert. Infotafeln entlang der Route erzählen, nein keinen Käse, sondern wie dieser gemacht wird.

Das mittelalterliche, verkehrsfreie Gruyères hat noch ein weiteres Wahrzeichen: das Schloss aus dem 13. Jahrhundert. Heute befindet sich darin ein Museum zur Architektur, Geschichte und Kultur der Region. Gleich nebenan ist das Museum HR Giger untergebracht. Giger hatte für den Hollywood-Film «Alien» die gruslig-phantastischen Figuren gestaltet. Das Museum beherbergt die wichtigsten Bilder und Skulpturen des Künstlers von 1960 bis heute sowie eine HR Giger-Bar.

Hôtel la Flur, Rue du Bourg 14, 1663 Gruyères, Tel. +41 (0)26 921 82 82, hotelfleurdelys@bluewin.ch, www.hotelfleurdelys.ch, Montags und Dienstags zwischen November und März geschlossen.

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