FahrAway in Volkach

Weinbar Fahr Away
Weinbar FahrAway, Volkach

Das einzige, was in dieser Bar fränkisch ist, sind wir und unsere Weine.

Treffender kann es Thomas nicht beschreiben, was den Gast im FahrAway. Die Weinbar der Brauns. erwartet. Er und seine Frau Heike waren viel unterwegs und haben sich inspirieren lassen in Metropolen wie Berlin, Hamburg, München, Kopenhagen …

Tatsächlich fühlt man sich im FahrAway wie weg gebeamt aus der fränkischen Provinz, mitten ins großstädtische Leben. Umso mehr an einem lauen Sommerabend, wenn die bodentiefen Fenster geöffnet sind, an einem der Tische draußen oder auf einer der eigens dafür hergerichteten bequemen Fensterbänke. Ohne zu übertreiben: Speziell im Sommer, wenn sich das Leben im Freien abspielt, hat Volkach mediterranes Flair.

FahrAway: Großstadtflair im Fränkischen Weinland

Heike und Thomas, beide in den Vierzigern, erzählen uns, wie alles begann mit ihren Plänen für eine Weinbar. Von vielen Ideen und davon, Handwerker zu finden, die diese auch umsetzen konnten. Beziehungsweise wollten. Wie die Fußbodenfirma, deren Chef nicht bereit war, den Beton im unfertigen Look glätten zu lassen. Wie sollte er sonst seinen Arbeitern erklären, „dass sie am nächsten Tag wieder ordentlich arbeiten müssten“, so sein Argument. „Gestaltet“ hat den Boden dann letztlich ein Künstler. So mancher Schreiner und Ladenbauer konnte den Ideen der Brauns nicht folgen, weil sie ihnen einfach zu schräg vorkamen.

Heike und Thomas Braun, FahrAway
Heike und Thomas Braun

Auch bei der Suche nach dem passenden Namen haben sie es sich nicht einfach gemacht. Nach langem Hin und Her, Brainstormings ohne Ende, schlaflosen Nächten kam endlich die Eingebung: FahrAway. Ein gelungener Bezug zu ihrem Stammsitz, dem Weingut in Fahr – und natürlich zum Flair der großen, weiten Welt in ihrer Bar. FahrAway eben. Im Mai 2016 war es dann soweit: die Bar umgebaut, eingerichtet und eröffnet.

Die, je nachdem wie eingeräumt wird, 28-35 Plätze (alle Tische im 60er-Quadrat, mit bunt zusammen gewürfelten Stühlen in Blau, Lila, Weiß, Cognac) sind besonders abends sehr begehrt. Einheimische treffen sich hier, Junge und Alte mischen sich mit Touristen.

Retro-Style-Ambiente trifft relaxte Atmosphäre

Schummriges Licht inclusive, zum Karte lesen gibts ja die Lampe im Handy. Gemütlich eben. Was auch daran liegt, dass viele Geräusche geschluckt werden durch Schallschutzplatten an der Decke – wie in einem Tonstudio. Apropos Geräusche: Es sitzt sich gut auch draußen vorm Bistro – die Hauptstraße ist verkehrsberuhigt und vielleicht ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Altstadtbereich komplett autofrei wird.

In der Bar macht es Spaß, Heike bei der Arbeit zuzuschauen, vor allem auch zu hören, wie sie auf die Gäste eingeht: immer die Ruhe selbst, oft noch einen Spruch drauf, mit ihrer frränggischn Goschn.

Auf der Weinkarte stehen um die 40 Weine vom eigenen Familienweingut Braun in Volkach-Fahr und etwa 20 Weine aus aller Welt. Diese wechseln alle paar Wochen, je nach Lust, Laune, Saison und persönlichem Geschmack. Acht davon sind immer offen, auch mal Exoten aus Mexiko oder so.

Wer flaschenweise trinken will, zahlt den Weinguts- oder Ladenpreis plus extrem fairen acht Euro Korkgeld.
Auch Biertrinker müssen nicht auf dem Trockenen sitzen. Es gibt Biere der Hamburger Ratsherrn Brauerei – eher ungewöhnlich für diese Region, aber mit Bezug zu der bekannten örtlichen Weinlage, dem Volkacher Ratsherr sehr originell.

Fränkische Tapas, heimische Weine und Exoten

Mitten in der Bar ist die kleine Theke integriert mit der Berkel, auf der Schinken und Salami hauchdünn aufgeschnitten wird. Dazu gibts Oliven und Antipasti sowie ein wechselndes Angebot an Tapas. Die Anregungen und Rezepte dazu haben die Brauns aus selbst bereisten Ländern mitgebracht und neu interpretiert, wie den Quinoasalat oder den Glasnudelsalat mit Mango … Der Renner, sagt Heike, der immer dabei sein muss und nie ausgehen darf: türkischer G’rupfter (als Alternative zum fränkischen) mit Schafskäse und Aywar.

Übrigens: Wer länger bleiben will, bucht rechtzeitig ein Zimmer oder Appartement im schräg gegenüber liegenden Hotel FahrAway, das die Brauns im September 2016 eröffnet haben.


Hotelzimmmer & Ferienwohnungen im Haus gegenüber der Weinbar

Wir sind gern und oft in Franken unterwegs, kennen Volkach schon sehr lange. Seit unserem letzten Besuch, der schon einige Jahre zurück liegt, hat sich viel getan in diesem Städtchen. Leute wie Heike und Thomas tragen zu dieser positiven Entwicklung und zum Flair der Innenstadt entscheidend bei. Ich liege Antje schon jetzt in den Ohren, dass ich nächsten Sommer wieder nach Volkach will – und ins FahrAway …

FahrAway. Die Weinbar der Brauns, Hauptstraße 34, Volkach, www.weinbar-fahraway.de

Mehr von Andreas

Aus dem Périgord: Brouillade aux truffes

Der frische schwarze Trüffel aus dem Périgord ist bei mir eingetroffen, Jetzt...
Mehr lesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wordpress Anti-Spam durch WP-SpamShield