Buchtipp: Bretonisches Leuchten

Côte Granit Rose, Bretagne; Foto: Emmanuel Berthier
Côte Granit Rose, Bretagne; Foto: Emmanuel Berthier

Als Claire am zweiten Tag das lila Strandtuch an genau derselben Stelle wie gestern ausbreitete, wurde George klar, dass sie nun die nächsten 14 Tage hier verbringen würden. Denn schlimmer als ein ungelöster Fall ist für Kommissar Dupin nur eins: kein Fall. Und genau das hatten Freundin Claire, seine Kollegen und der Doktor ihm verordnet – Ferien.

Zwei Wochen Strandurlaub an der Côte de Granit Rose im Norden der Bretagne. Ihren Namen verdankt die Rosa Granitküste den bizarren Felsen, die in allen denkbaren Nuancen leuchten, je nach Tageszeit rosa, orangerot, lachsrosa … ein Traum.

Für Dupin eher ein Albtraum.

Nichts tun, schwimmen, im Sand liegen, der ebenfalls rosa erscheint, aufs Meer schauen und dessen Farben beobachten, „ein zartes Türkisgrün zunächst, das in ein strahlendes Türkisblau überging, durch das Rosa des Grundes sondersam verstärkt. Erst weit draußen wurde der Atlantik tiefblau.“

Dupin würde sich etwas einfallen lassen müssen, um die Handtuchinsel zu verlassen, sich notfalls einen Fall ausdenken.

L’Île Rose, ein kleines Hotel am Meer mit einer blauen Hortensieninsel im Garten

Bis dahin ist das Abendessen sein tägliches Highlight. Und das beginnt meist mit einem ausgedehnten Kir Breton als Voraperitif im Garten des Hotels. Bei dem man sich (längst sitze ich in Gedanken mit im Liegestuhl) mit einer Flasche kalten Quincy aufs Menü freut, insbesondere auf die Spezialitäten der Region wie Cocos de Paimpol, „kleine weiße Perlen in wunderschön rötlich marmorierter Schale! Seit 1998 führen sie sogar das Siegel Appellation d’origin contrôlée! Als erste Bohne Frankreichs!“, erklärt der Hotelbesitzer. Oder die petit violets, eine besonders feine Artischockensorte. Santé, oder wie die Bretonen sagen: Yec’hed mat!

„Das Hotel – L’Île Rose – thronte auf einem flachen Hügel direkt am Meer, zwischen gewaltigen rosa Granitbrocken, die es in fast alle Richtungen abschirmten und aus deren Gewirr hier und dort mächtige windschiefe Pinien hervorstachen.“

Der Garten mit der blauen Hortensieninsel mittendrin ist ein kleines Paradies: „drei windzerzauste Palmen mit dicken Stämmen, majestätische Eukalypten, buschige Kamelien, Rhododendren, Agaven, duftender Lavendel, riesige Salbei-, Thymian-, Rosmarin- und Minzbüsche, wild durcheinander. Der Höhepunkt war ein alter, verwachsener Olivenbaum.“

Rosa Granitfelsen in der Nord-Bretagne, Foto: Emmanuel Berthier
Rosa Granitfelsen in der Nord-Bretagne, Foto: Emmanuel Berthier

Der Kommissar plant seine Ermittlungen beim ersten petit café im Ty Breizh, der kleinen Bar, die schon früh am Morgen geöffnet hat, hört sich im Zeitungsladen um, der so etwas wie die Nachrichtenzentrale von Trégastel ist und erfährt beim Friseur etwas, das ihn auf eine Spur bringt.

Tatort Côte de Granit Rose – Dupin ermittelt inkognito

Von alldem darf Claire natürlich auf keinen Fall Wind bekommen, sein Vorgehen erfordert ein minutiöse Planung. Für die schöne Landschaft hat Dupin auf seinen Inkognito-Ausflügen keinen Blick. Da würde er mit Claire später noch mal zurück kommen, wenn der Fall gelöst ist. Wie an den Plage Grève Blanche, den Weißen Strand, der als einer der schönsten in der Bretagne gilt.

„An beiden Seiten des Zipfels flaches, klares, helles Meer in karibischen Farbabstufungen: kristallines Hellblau zunächst, dann Smaragdgrün, später Türkis, allmählich Grünblau und dann Tiefblau.“

Doch zunächst muss er sich beeilen, Claire wartet am Strand. Schnell bei Rachid noch zwei Pans Bagnats und eine Flasche Rosé kaufen fürs Strandpicknick und nix wie zurück in die lila Ferienidylle.

Wie’s weiter geht?

Die Morde klärt Dupin natürlich auf, die kleinen und größeren Komplikationen lösen sich in bretonischer Luft auf und entspannten Ferien steht bald nichts mehr im Weg.

Die eigentliche Krimi-Handlung selbst plätschert ein bisschen vor sich hin, kann mich nicht so recht fesseln. Besonderes Lesevergnügen bei „Bretonisches Leuchten“, Dupins sechstem Fall, bereitet mir vor allem wieder die Schwärmerei des Autors für die Region und deren kulinarische Genüsse. Eine erneute Liebeserklärung an die Bretagne, die mich als Leser mitnimmt.

Ich will nach der Lektüre nur noch eins: Koffer packen und nach Trégastel in die Bretagne fahren. Beinahe hätte ich sogar unseren geplanten Bergurlaub verschoben, nur die hohen Stornogebühren haben mich davon abgehalten. Auf der Delicious-Travel-Reiseliste steht nun ein Ziel mehr.

Na, auch Lust bekommen auf die Bretagne? Hier findest du weitere Infos: www.bretagne-reisen.de und www.fans-der-bretagne.com. Für Ferien an der Granitküste gibt’s sogar eine eigene Granit Rose Tour App.

Was bisher geschah: Hier kommst du zu den bisherigen Tatorten, an denen Kommissar Dupin in der Bretagne ermittelt hast.

Bretonisches Leuchten

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Bretonisches Leuchten
Jean-Luc Bannalec
KiWi-Paperback
ISBN: 978-3-462-05056-1
Erschienen am: 27.06.2017
320 Seiten
14,99 €

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2 Kommentare

  • Das macht Lust auf das Buch und wieder auf die Bretagne… Hänge aktuell noch etwas hinter her mit den Bretagnekrimis, aber allein Deine Fotos hier im Blog sind schon der Hammer… 🙂

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