Paris: Die Top 12 für ein schönes Wochenende

Paris Untergrund
Paris Untergrund

Eiffelturm, Champs-Élysées … klar, muss sein. Und sonst? Was soll man machen in Paris, wenn tausend (Geheim-)Tipps, aber nur rund 50 Stunden verfügbar sind? Bei unserem letzten Besuch ließen wir uns einfach mal treiben anstatt mit dem Reiseführer in der Hand die angeblichen und tatsächlichen It-Places abzuhaken. Und wir haben unsere Pariser Vermieter gefragt, wo es ihnen in ihrer Stadt am besten gefällt. Herausgekommen sind zwölf Favoriten für ein schönes Wochenende in Paris – und zwar diese:

Happy Hour à la St.Germain: Champagner

Champagner in St. Germain
Erst mal ankommen. Auf ein Glas Champagner in – oder noch besser vor – einer der kleinen Bars in Saint-Germain-des-Pres niederlassen. Das Künstlerviertel der 1920er-Jahre wimmelt nur so von Boutiquen, Antiquariaten, Restaurants und Galerien. Sartre und Picasso lebten eine Zeit lang hier. Sie wussten wohl, warum. Wir haben Glück: Happy Hour, jedes Glas Champagner kostet nur 4,90 Euro. Na dann, santé!

Gegenüber dem Tuileriengarten, gleich um die Ecke, lohnt ein Besuch des

Musée d’Orsay
Eigentlich war das Gebäude als Fernbahnhof gedacht, um Paris mit Orléans zu verbinden. Zur Weltausstellung 1900 eröffnete der Gare d’Orsay, wurde aber 1939 wieder geschlossen. Die Stadt wuchs, die Züge wurden länger und damit die Bahnsteige zu kurz. Heute beherbergt das zum Museum umgebaute Gebäude Kunst. Als Filmkulisse diente der ehemalige Bahnhof auch: „Die fabelhafte Welt der Amelie“ wurde hier gedreht.

Ihre Baguette ist himmlisch ...
Ihre Baguette ist himmlisch …

Baguette zum Niederknien verkaufen Isabelle and Valerie Ganachaud in ihrer Bäckerei „A la Flute Gana“ in der Rue des Pyrénées 226. Jedes Mal, wenn wir dort vorbei kamen, standen die Leute Schlange, ein eher seltenes Phänomen in Paris (außer am Louvre vielleicht). Die Bäckerschwestern übernahmen das Geschäft vor rund 25 Jahren von ihrem Vater Bernard Ganachaud, der das Rezept für die Flute erfand und zur Marke machte. Anscheinend ist die besondere „Glasur“ das Geheimnis für das knusprig-zarte Brot, das mehrfach ausgezeichnet wurde. Heute verkaufen 260 Bäckereien eine Baguette unter dem Namen Flute Gana. Noch immer aber schmeckt (uns) das Original am besten.

Lust auf einen kleinen Verdauungsspaziergang?
Die Promenade plantée ist eine ehemalige Eisenbahntrasse, die nun zu einem grünen Gürtel umfunktioniert wurde und sich fünf Kilometer lang vom Place de la Bastille bis fast zum Bois de Vincennes durch Paris zieht. Die Aussicht könnte nicht besser sein, da man etwa drei Meter über den umliegenden Straßen flaniert. Eine kleine Auszeit mitten in der Stadt. An der Avenue Daumesnil (Metrostation Daumesnil) gelangt man über eine etwas versteckte Treppe auf die Promenade.

Stadtrundfahrt: mit dem Linienbus zum Eiffelturm

Mit dem 69er zum Eiffelturm
Mit dem 69er zum Eiffelturm

Der Eiffelturm, 324 Meter hoch, am Champ de Mars diente als monumentales Eingangsportal und wurde als Aussichtsturm für die Weltausstellung 1889 gebaut. Erst das Chrysler Building in New York löste 1930 den Eiffelturm als höchstes Bauwerk der Welt ab.
Hin kommt man am besten mit dem Bus 42 oder 69, die sich ganz nebenbei für eine Stadtrundfahrt nutzen lassen. Es gibt verschiedene Linien, die an allen relevanten Hotspots entlang fahren.

Zwischenstopp bei Galeries Lafayette am Boulevard Haussmann. Ein paar Macarons von Ladurée einpacken lassen und auf der Dachterrasse des altehrwürdigen Kaufhauses genießen. Das Stammhaus in Paris ist eines der ältesten Kaufhäuser Frankreichs. Allein die Jugenstilarchitektur lohnt einen Besuch, wobei ich es niemals schaffe, nichts zu kaufen. Dies aber nur nebenbei. 1893 wurde das Kaufhaus nicht weit von der Oper entfernt eröffnet, als Wäschemodengeschäft.

Das beste Eis der Stadt gibt es auf der Île de la Cité bei Berthillon in der Rue Saint-Louis en l’Île: Caramel au beurre salée. Zum Dahinschmelzen. Die Binneninsel in der Seine ist der älteste Teil von Paris.

Gut gestärkt lockt die Unterwelt von Paris, das Musée des Égouts. Theoretisch. Denn Einlass scheint Glückssache zu sein. Wir warten eine Viertelstunde bei eisigen Temperaturen – keiner öffnet. Wahrscheinlich ist es an diesem Morgen selbst dem Wärter der Unterwelt zu ungemütlich. Die Kanalisation von Paris besteht seit 1200, aber erst durch Baron Haussmann wurde diese 1850 in der heutigen Anlage entwickelt – und ist nahezu 2.400 Kilometer lang. Der Eingang befindet sich am Quai d’Orsay an der Brücke pont de l’Alma, gegenüber der Bushaltestelle der Linie 93.

Künstlerviertel Montmatre

Montmartre heißt der Hügel über der Stadt, rund 130 Meter hoch mit der bekannten Wallfahrtskirche Basilika Sacré-Cœur. Zirka zehn Minuten zu Fuß braucht man von der Metrostation Anvers oder Pigalle. Wir nehmen die Treppen als spätnachmittägliches Workout. Wer es bequemer mag, lässt sich von der Standseilbahn, der Funiculaire de Montmartre, nach oben transportieren. Die einstige Hochburg der (Lebens-)Künstler ist auch heute noch ziemlich überlaufen, trotzdem muss man mal hier gewesen sein.

Es soll auch einen Weinberg geben hier, der Commanderie du Clos Montmartre, bewirtschaftet von den jetzigen Künstlern des Viertels. Unser Tipp: selbst eine Flasche Wein mitbringen (ob das erlaubt ist, wissen wir nicht) und den Sonnenuntergang auf der Treppe genießen.

Moulin Rouge

Quasi auf dem Weg liegt die rote Mühle, das Moulin Rouge. Das Varieté im Pariser Stadtviertel Montmartre am Place Blanche wurde 1889 von Joseph Oller und Charles Zidler eröffnet. Zunächst als Ballhaus genutzt, in dem vor allem der Cancan getanzt wurde, zogen später Operetten und Revue die Gäste an. Seit den 50er Jahren veranstaltet man spektakuläre Dinner-Abende, bei denen schon mal nackte Tänzerinnen in einem Aquarium schwammen. Der Kinohit „Moulin Rouge“ mit Nicole Kidman brachte viele Jahre später das Etablissement erneut ins Gespräch. Übrigens: Das Moulin Rouge besitzt einen riesigen Champagnerkeller, an einem Abend sollen bis zu 800 Flaschen geleert werden.

Hübsche Cafés auf der Île de la Cité
Hübsche Cafés auf der Île de la Cité
Café de la paix

Für das Abendessen entscheiden wir uns für das Café de la Paix, dem ältesten erhaltenen Café von Paris, am Place de l’Opera Nr. 5. Angeblich soll es hier die beste Zwiebelsuppe der Stadt geben, die teuerste ist es wohl auch: 19 Euro. Egal, sie schmeckt fantastisch. Und das Ambiente … unbezahlbar.

Louvre

Um den Louvre haben wir bisher immer einen Bogen gemacht, zu viel Andrang, zu schönes Wetter, zu viele andere Ideen. Ein Parisbesuch ohne geht aber auch nicht. Da es gerade regnet … den Plan hatten die anderen wohl auch heute.

Der ehemalige Wohnsitz der französischen Könige beherbergt nicht nur Gemälde, sondern auch Kunst aus allen Teilen und Epochen der Welt. Die Mona Lisa hat uns allerdings enttäuscht – sie war viel kleiner als wir sie uns vorstellten.

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