Der Hausberg von La Gruyère: Moléson

Für Schweizer Verhältnisse ist er eher ein Hügel, der Moléson, mit seinen zweitausendundzwei Metern Höhe. Ein Berg, den man mal kurz als Frühsport hinaufgeht. Tatsächlich haben wir auch nur etwas mehr als eine Stunde gebraucht, statt der ausgeschilderten 90 Minuten, bis zum Gipfel.

Von der Mittelstation Plan-Francey (1.500m) könnte man mit der Seilbahn zur Bergstation auf dem Moléson fahren. Wir wollen uns die Panoramaaussicht jedoch verdienen, halten uns an der Zwischenstation rechts und nehmen den Weg Nr. 8. Auf dem Bild oben sieht man den Pfad rechts, der sich um den Berg westwärts halb herum windet und anfangs sanft, später steiler ansteigt, ein kleines Stück ist mit einer Kette gesichert.

Wir sind vor neun Uhr gestartet, der Hang liegt um diese Zeit noch im Schatten, so dass an diesem sonnigen Oktobermorgen einige Felsstellen eisglatt gefroren waren. Eng oder ausgesetzt ist es an keiner Stelle, der Weg führt über Gras und Steine im Zickzack nach oben. Auf halber Höhe kurz durchschnaufen – schon mal das Panorama betrachten – und einen ersten Blick auf den Genfer See erhaschen. Der liegt fast in Spuckweite der Freiburger Voralpen. Die Sicht reicht über die Welsche Schweiz bis zum Berner Oberland mit Eiger, Mönch und Jungfrau sowie den Walliser Alpen, vom Mont Blanc bis zur Drei-Seen-Region. Auf den letzten Metern muss noch ein Fotostopp meine akute Kurzatmigkeit vertuschen. Gruß an die Fitness, keucht der Körper. Ach was, geht doch.

Auf dem Gipfel steht ein kleines Berghaus und eine Sternwarte. Mit Voranmeldung besteht die Möglichkeit, an einer organisierten Führung teilzunehmen und hier zu übernachten. Der 360° Rundblick ist gratis. Es geht noch besser: Vom Gipfelplateau locken ein paar Stufen nach oben – direkt in den Liegestuhl. Die Welt da unten im Dorf Moléson-sur-Gruyères ist jetzt sehr weit entfernt …

Übrigens, das Observatorium auf dem Moléson besitzt das größte Fernglas der Welt, mit dem man mehr als tausend Blickpunkte anvisieren kann. Ein wirkliches Gipfelerlebnis ist es, dort oben zu übernachten (von Januar bis Oktober möglich).
Auf den Moléson gelangt man auch über einen Klettersteig. Wer keine Ausrüstung dafür besitzt, kann diese an der Bergbahnstation leihen. So oder so, das Fondue in Gruyères später haben wir uns verdient.

Weitere Wandertouren unter www.moleson.ch.

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