Rezension: Bretonische Flut

Auf der Insel Tristan findet Kommissar Dupin in Bretonische Flut Hinweise, um den Fall zu lösen.
Auf der Insel Tristan findet Kommissar Dupin in Bretonische Flut Hinweise, um den Fall zu lösen.

Schon wieder muss Kommissar Dupin, vor einiger Zeit aus Paris nach Concarneu strafversetzt, auf dem Meer ermitteln. Was er nie wieder tun wollte, der Fall auf den Glénan-Inseln vor der bretonischen Küste war ihm genug. Und nun steht er um fünf Uhr morgens knöcheltief in den Fischabfällen einer Auktionshalle, in der man die Leiche der jungen Küstenfischerin Céline Kerkrom gefunden hat. Bis vor drei Stunden saß er noch in seinem Lieblingsrestaurant L’Amiral, in dem er mit seiner Freundin Claire ausgiebig gefeiert hat. Schließlich war Sommersonnenwende. Die Nacht, in der die Bretagne in ein ganz besonders magisches Licht getaucht ist.

„So ein Scheiß …“, flucht der Kommissar, dem Kotzen nahe.

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Routiniert beginnt er zu ermitteln: auf der Île de Sein, einer Insel, um die viele Legenden kursieren, wie auch im Meeres-Naturschutzgebiet Parc Iroise, wo Wale und Delfine leben. Bald findet er heraus, dass das Opfer sich aktiv im Kampf gegen Schmuggler und Hochseepiraten engagierte. Wurde ihr das zum Verhängnis? Dann geschieht ein weiterer Mord …

Die heiße Phase der Ermittlung ist im Buch in zwei Tage = zwei Kapitel unterteilt, in denen Dupin, Riwal und Kadeg wie immer unter Hochdruck versuchen, dem Täter auf die Spur zu kommen. In diesen beiden Tagen führt Dupin unzählige Gespräche im Umfeld der Toten, befragt Angehörige und Bekannte. Wie schon in den vier Fällen zuvor, versteht es Autor Jean-Luc Bannalec einen so in die Handlung hineinzuziehen, als stünde man neben dem Kommissar und seinen Inspektoren. Auch dieses Mal wieder zeigt Dupin seinen eigenbrötlerischen, zuweilen etwas mürrischen Charakter (besonders vor dem ersten café morgens), nicht nur, wenn er seinen Gedanken nachhängt. Den Fall klärt er mehr oder weniger im Alleingang, langweilige Recherchen überlässt er gern den anderen. Nur was es mit dem verschwundenen goldenen Kreuz auf sich hat, lässt ihm keine Ruhe.

Ein Fest ist das Buch durch seine kulinarischen Auszeiten, die sich Dupin zwischendurch gerne gönnt, mit einem seiner Lieblingsgerichte Steak Tartare und Frites und einem Glas Cornas. Dazu beschreibt Bannalec die Landschaft der Bretagne so detailverliebt, dass man sie förmlich riechen und schmecken kann.

Bretonische Flut ist ein typischer „Schmöker“ – gekonnt erzählt und flott geschrieben. Genau das Richtige für ein entspanntes Wochenende auf dem Sofa oder dem Balkon. Ein Genuss zum Lesen, der Lust macht, sofort nach Frankreich (besser: in die Bretagne) zu fahren. Oder wenigstens eine Flasche Vieux Télégraphe zu öffnen.

KiWi-Paperback
ISBN: 978-3-462-04937-4
448 Seiten, Klappenbroschur
Preis: 14,99 €

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