So wird deine Reise wirklich erholsam

Erholsame Ferien – mit diesen 10 Tipps klappt's.
Erholsame Ferien – mit diesen 10 Tipps klappt's.

Mal wieder ins Theater gehen? Keine Zeit. Der lang versprochene Restaurantbesuch? Muss warten. Das geplante Wellness-Wochenende? Passt jetzt echt nicht. Von mehr Sport treiben rede ich schon gar nicht mehr. Egal was ansteht, meistens ist es grad gaaanz ungünstig. Kommt dir vielleicht bekannt vor. Die tägliche Kollision von Job und Familie, die Hetzerei von Termin zu Termin (selbst in der freien Zeit) und das Murmeltiertag-Gefühl – irgendwann macht der leistungsfähigste Akku schlapp. Ein paar Tage verreisen und die Batterien wieder aufladen, das wär’s jetzt. Zeit haben für all das, was im Alltag zu kurz kommt.

Du ahnst es bereits: Es. wird. nicht. funktionieren.

Kann es gar nicht. Denn erstens reichen selbst 30 Urlaubstage einfach nicht aus, zu kompensieren, was an den restlichen 335 Tagen im Jahr vernachlässigt wird. Und zweitens würde das nur den nächsten Stress auf den Plan rufen. Ich weiß, wovon ich rede. Jahrelang habe ich die großen (Familien-)Ferien von A wie Abreise bis Z wie Zurückkommen scheinbar perfekt durchorganisiert. Und mich hinterher gewundert, warum ich zwar viel erlebt, doch keineswegs so zufrieden war, wie ich es mir erträumt hatte. Schlimmer noch: Nach wenigen Tagen am Schreibtisch war ich erneut urlaubsreif.

Richtig erholen im Urlaub – so klappt’s

Inzwischen mache ich einige Dinge anders. Nicht beim Planen, ein grobes Grundgerüst (Tage und Orte) habe ich immer noch ganz gern, wenn ich unterwegs bin. Aber während der Reise verzichte ich auf alles, was auch nur annähernd nach To-do/Must-see oder It-places aussieht. Egal, wie heiß der Tipp laut Reiseführer ist. Wenn es mich interessiert, mache ich es. Ansonsten eben nicht. Ich brauche keine Liste zum Abhaken.

Mit diesen 10 Tipps sind meine Reisen deutlich erholsamer geworden:

#1 Leichte Lektüre

Ein gutes Buch habe ich bei längeren Reisen immer im Koffer. Aber keines der Wälzer, die auf dem Lies-mich-Stapel verstauben, gleich gar kein Fachbuch, sondern eine eher leichte Lektüre. Idealerweise ein Krimi oder ein Roman, dessen Handlung im Reiseland spielt. Letztes Jahr in der Bretagne war das Kommissar Dupin, der im Austernmileu ermittelte. Demnächst in Vietnam werde ich Die Souvenirverkäuferin lesen. Es gibt viele gute Autoren, die sich auf lokale Geschichten spezialisiert haben: Donna Leon (Venedig), Carlos Ruiz Zafón (Barcelona) oder Peter Mayle (Provence).

#2 Wenig Programm

Eine der größten Herausforderungen für mich ist es immer noch, die Reisetage nicht mit Programmpunkten im Stundentakt zu überfrachten, um ja nichts zu verpassen. Mittlerweile notiere ich mir vorab nur noch, welche Dinge mich an welchem Ort interessieren könnten – und entscheide anhand dieser Ideenliste spontan, ob ich dazu Lust habe oder nicht. So bleibt genug Raum, um mich auf Land und Leute einzulassen. Was ja eigentlich der Sinn einer Reise ist.

#3 Essgewohnheiten anpassen

Eine meiner leichtesten Übungen: Ich probiere (fast) jedes Gericht, das typisch ist für das Land, in dem ich bin. Ich brauch‘ kein Schnitzel und keine Pizza (außer vielleicht in Italien). Viel lieber stöbere ich auf den Märkten, lerne Kochen bei Einheimischen und esse bevorzugt in Lokalen, wo man alles regional und frisch zubereitet. Selbst wenn ich dabei an meine Grenzen komme, beispielsweise bei Würmern (in Kamerun eine Delikatesse) und ähnlichem Krabbelzeugs. Meistens ist es aber ziemlich harmlos, was die Gastgeber auftischen. Falls nicht, Schnaps hinterher kippen und vergessen.

Stockfisch ist nicht jedermanns Sache, aber sehr lecker.

#4 Offline sein

Okay, das Handy habe ich meistens doch dabei. Ist einfach praktischer, um vor Ort eine passende Unterkunft zu finden (ich buche meist nur die ersten ein, zwei Nächte im Voraus) oder auch zum Navigieren. Mails lese ich nur alle paar Tage, um Anfrager für meine Freiberuflertätigkeit zu informieren, wann ich zurück bin. Facebook und Co. aber sind tabu – und fehlen mir nicht im Geringsten auf (privaten) Reisen. Ebenso wenig wie Zeitung und Fernsehen. Die Welt dreht sich auch ohne mich weiter.

#5 Zeit für mich

Wer sagt, dass man 24 Stunden am Tag mit seinem Reisepartner verbringen muss? Da, wo Interessen etwas auseinander driften (Frühaufsteher vs. Langschläfer) finde ich es sehr erholsam, auch mal ein bisschen Zeit für mich allein zu haben. Ich liebe es bei Sonnenaufgang aufzustehen und genieße die Ruhe bei einem Spaziergang oder beim Yoga.

Mach mal langsam …

#6 Gelassen bleiben

Andere Länder, andere Sitten. Ich kann mich tierisch aufregen bei Pannen oder Unzulänglichkeiten, über den verdreckten Strand, den schlampigen Service, schlechtes Essen und so fort. Oder ich kann es lassen. Im wahrsten Sinn gelassen bleiben und lächelnd drüber wegsehen. Rate mal, was erholsamer ist?

#7 Keine Kalorien zählen

Es bleibt meist nicht aus, dass bei den zahlreichen Restaurantbesuchen während einer Reise mehr Kalorien zusammenkommen als gut wäre. Für mich aber noch lange kein Grund, nur noch im Salat zu stochern oder auf meinen geliebten Aperitif zu verzichten. Ich geh dann lieber mal ’ne Extrarunde Wandern. Dann stimmt die Bilanz wieder.

Köstliches Käsebuffet: Wer kann da schon widerstehen?

#8 Weniger ist mehr

Zu einem guten Essen gehört für mich ein guter Wein einfach dazu. Bei einem mehrgängigen Menü fließt der auch schon mal etwas reichlicher – doch niemals maßlos. Denn von einem Kater lass ich mir nicht gern den nächsten Tag versauen.

#9 Alltag ade

Um den Kopf wirklich frei zu kriegen, hilft wandern, wandern, wandern. Oder stricken. Finde ich unglaublich meditativ. Und die Familie freut sich über ein stattliches Sockenarsenal. Der nächste Winter kommt bestimmt.

Wandern macht den Kopf frei.

#10 Aktiv sein

Die ganze Zeit nur rumliegen am Pool? Mag ja für manche ganz entspannend sein. Für mich definitiv nicht. Nach drei Tagen werde ich da kribbelig. Ich erhole mich am besten bei leichten Aktivitäten wie einer Wanderung, einer Radtour oder einem ausgedehnten Spaziergang.

Hast du weitere Erholungstipps auf Lager? Schreib sie in die Kommentare, ich ergänze die Liste gern.

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12 Kommentare

  • Erholung im Urlaub ist gut. Am besten gefällt mir die Schnecke, sie reist langsam und nachhaltig. Könnte für mich ein Vorbild sein.
  • Grade den Punkt „Weniger Programm“ sollten wir uns mehr vornehmen. Obwohl wir das sowieso schon versuchen, sind wir dann vor Ort meist doch wieder von einem Programmpunkt zum nächsten unterwegs. Dabei ist es doch gerade das Einmal-Sitzen-Bleiben und Leute-Schauen, was das Reisen so interessant macht. Und wenn dabei noch eine gute Tasse Kaffee oder ein Glas Wein ins Spiel kommt, dann ist die Erholung perfekt!
  • Damit tue ich mich auch noch schwer, aber es lohnt sich. Weniger ist mehr, auch beim Reisen.
  • Es ist doch alles so einfach. Den meisten Stress im Leben macht man sich selbst, zB durch zu hohe eigene Ansprüche an sich selbst was zB die Arbeit und das Familienleben angeht. Zwischendurch mal eine schöne Solo-Radtour durchs Grüne, oder entlang eines Flusses oder eine Tageswanderung auf einem Wanderweg erleichtert das Leben auch schon. Einfach nur mal raus aus dem Alltag. Und das Gleiche gilt für den Urlaub. Urlaub unter zwei Wochen ist für die Katz, drei bis vier Wochen ist besser. Und dann keinen Urlaubsstress aufkommen lassen, grobe Vorplanung für die Reise, die meisten Planungen schmeißt man dann eh wieder um wenn man unterwegs ist. Vorher sich genau informieren was man im Land antreffen kann, und dann los. Drei Tage akklimatisieren und dann hier und da ein paar Aktivitäten, zB schnorcheln im Meer, oder Beachvolleyball, sich treiben lassen, ShoppingCenter meiden, eine Bar mit Livemusik besuchen, sich mit Einheimischen treffen, einen Markt besuchen und das Markttreiben beobachten, mit der Kamera auf Pirsch gehen….. es gibt so viele Möglichkeiten, sich vom Alltagstrott zu verabschieden.
  • Absolut, danke für deine Ergänzungen Robert. Ich finde auch, die Mischung macht’s und dazu muss man gar nicht mal weit wegfahren.
  • Hallo!
    Irgendwie kenne ich diese Probleme nicht. Ich nutze auch hier in Hamburg jede Möglichkeit für einen Kurzurlaub zwischendurch. Theaterbesuche oder Museen sind für mich nichts, wozu ich mich zwingend müsste. Vielleicht ist es mein Vorteil, dass ich keine Familie habe. Und der ideale Urlaubstag, bei ich mich weit mehr erhole als an einem Tag am Strand, ist angefüllt mit Museumsbesuchen oder anderen Besichtigungen und beendet mit einem schönen Essen.
    Beste Grüße
    Ulrike
  • Ja, Hamburg ist fantastisch mit seinen vielen Möglichkeiten. Ich denke auch, man muss nicht weit weg fahren. Ein Tag (als Tourist) in der eigenen Stadt kann ebenso inspirierend und erholsam sein. Kommt man bloß manchmal gar nicht drauf. Ich nehme deine Zeilen jetzt aber als Anregung, das demnächst mal zu tun, danke dafür.
  • Hej Antje
    Eine sehr coole Liste die ich mehr oder weniger auch so lebe. Besonders der Ounkt mit „offline“ sein und nicht ständig am Reiseparter kleben versuche ich so oft wie möglich zu leben. Auch wenn ich meine Reiseapps habe, ich muss nicht ständig wissen, was in der Welt passiert.
    Mit deinen Tipps ist nicht nur der Körper, sondern auch die Seele entspannt.
    Grüsse, Igor
  • Zusammen reisen und trotzdem Zeit für sich selbst zu haben, ist wunderbar. Das scheint vielen aber schwer zu fallen. Ich sehe im Restaurant so oft Paare, die sich nur noch anschweigen. Anstatt sich bei einem schönen Essen zu erzählen, wie der Tag so war.

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