Ein Tag im Blauburgunderland

Wie Perlencolliers hängen die Trauben an den Stöcken, tanken die goldene Wärme der Herbstsonne fürs Aroma. Und die Blätter rüsten sich schon für den finalen Farbenrausch. Für Weinwanderer ist die schönste Zeit des Jahres gekommen.

Klein, aber fein ist der Blauburgunderpfad im Schaffhauser Land. Vom Startpunkt Wilchingen geht’s nach dem Frühstück in knapp einer Stunde bis Olchingen durch Rebberge, in denen überwiegend Blauburgunder reift. Zurück kommst du mit dem Bus oder auf dem selben Weg. Ich mag zwar lieber Rundwege, doch diese Strecke liefert retour ein ganz anderes Panorama als auf dem Hinweg.

Blauburgunderpfad zwischen Wilchingen und Olchingen
Blauburgunderpfad zwischen Wilchingen und Olchingen

Da nach der Weinwanderung noch viel vom Tag übrig ist, bummeln wir durch die Gassen von Schaffhausen, entdecken auf dem Markt (samstags bis 12 Uhr) und in den Geschäften ein paar Leckereien, zum Beispiel hausgemachte Ravioli mit Rehragout gefüllt.

Mittags steuern wir den Güterhof an, direkt am Rheinufer. Fast fünfzig Jahre stand das ehemalige Getreidelagerhaus leer, nachdem es nicht mehr gebraucht wurde als Umschlagplatz. Vor ein paar Jahren entstand im Güterhof eines der spannendsten Restaurants der Stadt. Irre Sushi-Kreationen, ein Kalbsschnitzel, bei dem die Wiener Kollegen neidisch werden und die besten Fischknusperlis, die ich je gegessen habe. Dazu ein Glas Schaffhauser Wein – was willst du mehr?

Von wegen Fischstäbchen. Die Fischknusperlis im Güterhof Schaffhausen machen ihrem Namen alle Ehre.
Von wegen Fischstäbchen. Die Fischknusperlis im Güterhof Schaffhausen machen ihrem Namen alle Ehre.

Kleiner Verdauungsspaziergang gefällig? Das Wahrzeichen von Schaffhausen ist nur ein paar Stufen durch einen kleinen Rebberg entfernt: die Festung Munot. Die Kasematten und der Innnenhof sind ohne Eintritt zugänglich – und der Blick über die Dächer ist sowieso unbezahlbar.

Blick auf Schaffhausen von der Festung Munot
Blick auf Schaffhausen von der Festung Munot
Hübsche Fassaden und Erker prägen die Altstadt von Schaffhausen.
Hübsche Fassaden und Erker prägen die Altstadt von Schaffhausen.

Beim Schlendern durch die Altstadt fallen uns die kunstvoll gestalteten Fassaden auf. An den Häusern kannst du sehen, wie vermögend der einstige Besitzer war: je größer der Erker am Gebäude, desto höher sein Status. Stolze 171 Erker soll es noch geben in der Stadt, mehr als in jeder anderen in der Schweiz.
Mein Dessert-Tipp: das Vintage-Café in der Stadthausgasse. Die selbst gemachten Cupcakes sind definitiv eine Sünde wert (liebevoll verpackt auch ein schönes Mitbringsel).

Kein Schaffhausen-Trip ohne einen Stopp am Rheinfall. Direkt am Güterhof legen die Boote ab, mit denen du zum nahegelegenen Rheinfall in Neuhausen schippern und den Tag ausklingen lassen kannst. Oder du nimmst wie wir das Auto und ab dem Schloss Laufen den Fußweg zum Aussichtsfelsen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wordpress Anti-Spam durch WP-SpamShield