Der Hausberg von Hamburg

Strandweg Blankenese

Die Bergziege meckert nicht mehr. Neuerdings klettert sie ohne zu stocken den Waseberg hinauf. Okay, die höchste Erhebung von Blankenese misst gerade mal lächerliche 87 Meter über Null, kaum der Rede wert.

Der Hausberg von Hamburg verschafft sich anderweitig Respekt – und zwar mit einer 16-prozentigen Steigung. Elb d’Huez nennen die Fahrer des jährlichen Hamburger Cyclassics-Radrennens die 600 Meter lange Strecke, frei nach der Alptraum-Etappe der Tour de France in L’Alpe d’Huez.

Wochenende in Hamburg – abseits der Touristenpisten

Spaziergänger haben es einfacher. Vom Hamburger Zentrum braucht die S-Bahn eine gute halbe Stunde bis Blankenese. Ein paar Schritte vom Bahnhof entlang der Blankeneser Landstraße führt rechts eine Treppe in den Goßler Park, der nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten gestaltet ist. Das Haus auf der Anhöhe leuchtet strahlend weiß und erinnert an eine der Südstaatenvillen in New Orleans. Fehlt nur die Eichenallee davor.

Leicht abwärts, über die Landstraße und durch den Hesse-Park (Nein, nicht der Dichter, sondern ein Banker gab ihm den Namen) geht’s zum Treppenviertel, dem ältesten Teil des ehemaligen Fischerortes Blankenese.

Treppauf, treppab ist hier wörtlich gemeint: Fast 5.000 Stufen durchziehen die verwinkelten Gassen mit den meist weiß getünchten Häuschen, die terrassenförmig am Hang kleben. Immer wieder öffnet sich der Blick auf die Elbe und vorbei fahrende Containerschiffe.

170 Stufen weiter unten, der Strandweg, auf dem sich herrlich am Wasser flanieren lässt bis zum Falkentaler Weg und von dort zurück auf den Waseberg.

Treppenviertel Blankenese

Nicht, ohne vorher einen Stopp einzulegen beim Blankeneser Fischclub am Fähranleger auf der Elbe. Die gebratene Kutterscholle mit Kartoffel-Sauerampfer-Salat oder hauchzarte Matjes lassen keine Ausrede gelten – das ist regionale Fischküche vom Feinsten. Gegen Völlegefühl hilft anschließend ein Strandlauf oder ein Hamburger Kümmel.

Und wem der Waseberg dann doch eine Spur zu steil ist:

Bergziege heißt der Elektro-Bus der Linie 48, der Treppenmüde bequem vom Strandweg wieder zum S-Bahnhof Blankenese bringt. Das starke Gefälle meistert die stromgetriebene Bergziege inzwischen problemlos. Früher mussten schon mal ein paar Leute am Berg aussteigen, damit der Bus den Anstieg schafft.

Essen: Fischclub Blankenese, Strandweg 30a, Tel. 040-86 99 62, www.restaurant-fischclub.de
Hinkommen: S1 Richtung Wedel ab Hamburg Hauptbahnhof, Jungfernstieg oder Landungsbrücken
Lohnt sich: Mit der HamburgCard (Tageskarte 9,50 €) hast du freie Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und bis zu 50 Prozent Rabatt in Museen, Theatern oder (teilnehmenden) Restaurants.

Die Recherche für diesen Artikel wurde teilweise unterstützt von Hamburg Tourismus.

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