Wo buche ich besser: im Internet oder im Reisebüro?

Ohne Internet geht ja nix mehr. Im Alltag sowieso nicht, aber auch auf Reisen sind Handy und Co. mittlerweile permanent im Einsatz. Fotografieren, navigieren, eigene Befindlichkeiten oder Entdeckungen in sozialen Netzwerken posten, die Wetterprognose anschauen, Öffnungszeiten und Speisekarten recherchieren, gelegentlich telefonieren – solange der Akku mitmacht.

Schon beim Planen und Buchen der Reise nutzt mittlerweile jeder Vierte mobiles Internet. Knapp 40 Prozent aller Reisen über fünf Tagen werden übers Netz gebucht, direkt beim Anbieter oder über spezielle Portale. 2020 könnte das jeder zweite Urlaub sein, schätzen Tourismusexperten laut der Trendstudie „Urlaubsreisetrends 2025“, die von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) alle fünf Jahre durchgeführt wird.

Auslaufmodell Reisebüro? Im Gegenteil, 2014 gab es in Deutschland etwa 10.000 Reisebüros, Tendenz wieder leicht steigend. Zum Vergleich: Apotheken gibt es hierzulande rund 20.000, McDonald’s-Filialen lediglich 1.500.

Kompetente Beratung statt stundenlanger Onlinesuche nach dem besten Angebot, so das Versprechen der Reisebüros. Das klingt verlockend. Ich wollte es genau wissen und habe spontan im Reisebüro um die Ecke gebucht. Eine Pauschalreise, wie zuletzt vor fast 20 Jahren.

Und das lief so ab:

Kleines, inhabergeführtes Reisebüro in der Nachbarschaft an einem Freitagnachmittag: Der Chef tippt meine Wunschkriterien (Sonne, Meer, Wellness, Flugzeit unter 4 Stunden, kein Massentourismus, Abreise innerhalb der nächsten drei Wochen) in den Computer, prüft Verfügbarkeiten und präsentiert innerhalb von 50 Minuten vier verschiedene Angebote. Zu den Hotels kann er mir nicht mehr erzählen, als die Hotelbeschreibung ohnehin preisgibt, auch die Information zur Region sind eher allgemeiner Natur.

Damit ich mir alles zu Hause in Ruhe anschauen kann, erhalte ich einen Code, unter dem ich meine persönliche Offerte später auf der Website des Reisebüros finde. Kein Katalog, kein Haufen Papierausdrucke. Finde ich praktisch.

Die Trefferquote beträgt 70 Prozent in punkto Gefallen, 100 Prozent beim Preislimit. Das passt fürs Erste.

Gegencheck zu Hause: Bei ab-in-den-urlaub.de, derselben Datenbank, die auch das Reisebüro nutzt, finde ich auf Anhieb drei Top-Treffer, die komplett meinen Wünschen entsprechen.

Mail ans Reisebüro mit der Bitte um ein weiteres Angebot für diese Reise. Das kommt postwendend am Samstag, zu dem Preis, den ich beim Veranstalter bekomme. Mit einem Klick, bestätige ich das Angebot des Reisebüros verbindlich.

Statt einer Buchungsbestätigung erhalte ich die Meldung, dass sich das Reisebüro während der Geschäftszeiten mit mir in Verbindung setzen wird – ein klarer Nachteil gegenüber der Onlinebuchung. Da nur noch wenige Plätze vorhanden sind, bleibt das Risiko, dass die bis Montag anderweitig verkauft sind. Also warten.

Urlaub buchen: Internet oder Reisebüro – eine Typfrage?

Ich habe Glück, das Reisebüro reagiert auch am Wochenende und bestätigt die Buchung am Samstagabend. Die Rechnung über den gesamten Betrag kommt kurz darauf per Post, ich überweise.
Vier Tage vor Reisebeginn sind noch keine Unterlagen eingetroffen, ich muss erst wieder im Reisebüro anrufen. Dafür landen die Tickets und der Hotelvoucher noch am selben Tag in meinem Briefkasten.

Entgegen der Information im mitgelieferten Serviceheft des Veranstalters, ist ein Web-Checkin direkt bei der Airline möglich. Die selbst ausgedruckte Bordkarte erspart mir eine unnötig frühe Anreise zum Flughafen.

Der Urlaub kann beginnen.

Also, wo bucht man am besten? Wie so oft: Es kommt drauf an. Wie engagiert der Reisebüroinhaber ist, wie gut er die Welt aus eigener Erfahrung kennt. Bei Reisen mit mehreren Stationen, Gabelflügen oder speziellen Aktivitäten spart das Know-how eines (spezialisierten) Reiseanbieters sicher Zeit und Nerven. Eine einfache Pauschalreise (Flug und Hotel) lässt sich im Netz mit relativ geringem Suchaufwand aber mindestens ebenso gut buchen wie im Reisebüro. Für meinen Geschmack sogar ein wenig bequemer.

Aber das ist vielleicht nur eine Typfrage.

Und, was bist du für ein Typ: online oder im Reisebüro?

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