Bären am Titisee

Die Zimmer heißen Baumwipfel, Tannenzapfen oder Bärenglück und genau das ist es auch, was man vorm Fenster sieht. Überhaupt scheinen die Grenzen zwischen drinnen und draußen sich aufzulösen – die Natur und der Mensch sollen eins werden. Das ist der zentrale architektonische Gedanke, den das Hotel Bären in das 2014 neu eröffnete Haus integriert: Licht, Transparenz und Leichtigkeit.

Stefan Sauter ist ein bodenständiger Typ mit Trachtenweste, der als gelernter Gastronom sich den Hoteliersberuf en passant aneignete und gemeinsam mit seiner Familie das 4-Sterne-Hotel führt. Wir haben uns das Haus bei einem Rundgang mit ihm näher angeschaut.

Da das Gebäude nicht direkt am Titisee steht, kehrten die Sauters den vermeintlichen Nachteil einfach um und überzeugen mit etwas, das nicht minder typisch ist für die Region: die Nähe zum Wald. Der beginnt direkt am Hang hinter dem Hotel, genau wie die Wanderstrecke über Hinterzarten zur Ravennaschlucht oder der Rundweg um den Hirschbühl. Ein echter Naturquickie für zwischendurch: der 180 Meter lange Barfußpfad zwischen Hotel und Waldrand.

Der Traufwald steht quasi neben dem Bett

Naturliebhaber und Genusswanderer wie wir goutieren diese Lage: 5 min zum See, 3 min ins Ortszentrum, 0 min zum Startpunkt einer Tour.

Hotel Bären am Titisee mit den typischen Schwarzwald-Schindeln

Die Fassade des Hotels besteht aus den traditionellen Schindeln aus Sibirischer Zeder. Ebenso wie die im Schwarzwald oft verwendete Lärche bekommt diese im Laufe der Jahre die gewünschte Patina, der Schwarzton entsteht jedoch gleichmäßiger.

Natürlich nachhaltig

Die 52 Doppelzimmer sind zwischen 24 qm und 35 qm groß und wirken hell und luftig. Und zwar ganz wörtlich: Sie werden rund um die Uhr automatisch belüftet, so dass auch bei geschlossenem Fenster oder Nichtbelegung eine angenehme Raumatmosphäre herrscht. Ein eigenes Blockheizkraftwerk erzeugt die benötigte Wärme und der Strom kommt aus dem Rheinkraftwerk Säckingen.

Komfort-Zimmer mit praktischem Couch“tisch“ zum Füße hochlegen. Da will man gar nicht mehr aus dem Zimmer: Suite mit Badewanne neben dem Bett

Die Liebe zum Detail beginnt ganz praktisch: Vor jedem Zimmer gibt es Sitzbänke (und Schuhregal in einem), damit man sich die dreckigen Wanderstiefel bequem aus- oder anziehen und deponieren kann. Ob es wohl fleißige Heinzelmännchen gibt, die nachts die Schuhe putzen?

Fünf-Gänge-Menü am Abend und Nobling zum Sonntagsfrühstück

In der Küche hat Thomas Sauter das Sagen, der Bruder von Stefan. Er setzt auf regionale Gerichte und gehobenes Niveau. Täglich können die Hausgäste wählen zwischen dem Fünf-Gang-Menü mit Salatbuffet im Sauters Restaurant oder À-la-carte-Essen mit regionaler Küche, das in der Bärenstube serviert wird. Beide Restaurants stehen auch Nicht-Hotelgästen offen. Die Weinkarte enthält eine schöne Auswahl an badischen Gewächsen – von Abril bis Zotz.

Spa mit Schwimmbecken und Teelounge auf der Galerie

Entspannen in der Sauna und Teelounge

Das Spa lädt nach einer ausgiebigen Wanderung zum Entspannen ein: Schwimmbecken, Bio- und finnische Sauna sind in der dritten Etage untergebracht. Sehr angenehm, wenn man nicht im Bademantel und mit zerstörter Frisur durch die Eingangshalle muss. Wer in der dritten Etage wohnt, hat einen weiteren Vorteil: Wenn alle Liegen besetzt sind, ist man in wenigen Schritten im eigenen Zimmer zwischen den einzelnen Saunagängen.

Gedacht haben die Sauters auch an Gäste, die am Abreisetag noch wandern oder schwimmen möchten. Nach dem Auschecken können diese sowohl das Spa als auch eine separate Umkleide mit Dusche nutzen – und zwar kostenlos. Das ist echter Service.

Bären und Ohrensessel in der Lobby

Für sich allein sein und doch unter Leuten, das geht in der Lobby des Hotels. Gemütliche Ohrensessel zwischen Bar und Rezeption dienen als Insel – um am Kamin ein Glas zu trinken, Zeitung zu lesen oder einfach zu plaudern.

Ursprünglich wurde das Hotel, das damals noch Zum Schwarzen Bären hieß, 1888 in Hinterzarten gebaut. Jahre später entschied sich die Familie Sauter, mitsamt ihrem Hotel an den Titisee umzuziehen. Pläne für einen geplanten Umbau lösten sich 2011 in Rauch auf: Das Hotel brannte fast komplett ab. Die Sauters nutzten als Schicksal als Chance und machten Nägel mit Köpfen – und so entstand in Zusammenarbeit mit dem renommierten Stuttgarter Architekturbüro sporer plus gmbh ein moderner Neubau mit dem Charme des alten Hotels. Und die Gastfreundschaft liegt ihnen sowieso im Blut.

Den Seeblick gibt es übrigens doch im Hotel Bären – und zwar von den Suiten im vierten Stock. Oder von der Dachterrasse.

Wacht über allen: Namensgeber des Hotel Bären, 160 kg schwer und aus Fichtenholz geschnitzt Blick in die Küche
Sehnsucht Heimat:
Sehnsucht Heimat: „Schwarzwälder Teamgeist“ heißt die Skulptur von Gerhard Völkle
Auch im Winter sitzt man hier fast wie auf der Terrasse: Bärenstube mit viel Licht Blick von der Dachterrasse zum Titisee (nicht auf dem Bild zu sehen)

Infos:
Hotel Bären, Neustädter Straße 35, 79822 Titisee-Neustadt
Konus-Gästekarte (ab 2 Nächten) mit über 50 Attraktionen inklusive (u.a. Golfen ohne Greenfee, Bootsfahrt auf dem Titisee, Berg- und Talfahrt mit der Feldbergbahn) sowie freie Fahrt mit Bahn- und Bus
Tourenvorschläge, Events und Tipps: Hochschwarzwald Tourismus

Zu diesem Aufenthalt wurden wir vom Hotel Bären eingeladen.

Fotos: © Antje Seeling

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