An alter Bahntrasse durchs Heckengäu wandern

Bei Weil der Stadt fuhren einst Dampfloks der Württembergischen Schwarzwaldbahn, die ab 1872 Calw und Stuttgart verband, durch die liebliche Heckengäu-Landschaft und überwanden dabei einige Höhenmeter. Die Schleife bei Hirsau galt mit 64 Metern damals als höchster Bahndamm Europas. Hermann Hesse war bei einem Besuch derart beeindruckt, dass er dies in seiner Erzählung „Unterm Rad“ erwähnte. Entlang der alten Trasse, die in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts stillgelegt wurde, kann man auf einem schönen Rundweg von Weil der Stadt nach Ostelsheim und zurück wandern.

Krokusse im Heckengäu

Schneeglöckchen

Vom S-Bahnhof Weil der Stadt aus ist die Strecke gut markiert mit einer blauen Raute auf weißem Grund, später als gelbe Raute. Nur das erste Stück gehen wir auf der Straße bis zum Ortsausgang, dann biegen wir rechts ab und laufen parallel zu den alten Gleisen. Bald zweigt der Weg ab in den Wald, der Ende Februar so licht ist, dass es aussieht als würden die Sonnenstrahlen zwischen den Bäumen Fangerle spielen. Moosbüschel leuchten auf alten Mauern und Baumstümpfen knallig grün, wie kleine Sitzkissen in die Landschaft gewürfelt. Auf den Wiesen läuten die ersten Schneeglöckchen und Krokusse endgültig den Winter aus. Im letzten Drittel gehen wir über eine Anhöhe sanft bergauf und dann über einen Feldweg mit Fernblick nach Renningen zurück in den Ort. Eine kurze, leichte Tour, wie gemacht für einen Vorfrühlings-Samstagvormittag.
Übrigens: Sollte die geplante Reaktivierung der Strecke realisiert werden, rollen ab zirka 2019 wieder Züge – als Hermann-Hesse-Bahn mit S-Bahn-Anbindung in Weil der Stadt.

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