Unser Budget ist knapp, wissen Sie …

“Wie viel lassen Sie mir nach, wenn ich einen ganzen Karton kaufe?”, ist eine beliebte Frage beim Weinkauf. Lehnt der Händler solche Ansinnen ab, hakt der Käufer nach. Wer jetzt wankt, hat verloren. Nicht ein paar Prozente, sondern Vertrauen. Denn wie soll ein Kunde künftig daran glauben, faire Preise zu zahlen. Ohne zu handeln wie auf dem Basar.
Manche lassen den Kunden gleich selbst entscheiden, wie viel ihm das Gewünschte wert ist. Was vor fünf Jahren anfing als Marketinggag, erlebt gerade eine Renaissance. Beim Optiker, Friseur oder im Hotel bestimmt der Kunde, wo‘ s langgeht mit dem Preis. Auch wenn manche in der Krise dieses Verkaufskonzept propagieren – es dürfte sich nur für wenige rechnen. Schnäppchenjäger zieht das magisch an, nur so viel auf den Tresen zu blechen, wie sie dafür übrig haben. Wen kümmert der Aufwand des Anbieters?

Es gibt natürlich welche, die laden geradezu ein zum Feilschen. Selber schuld, wenn der Verkäufer damit anfängt. Bei anderen Gelegenheiten geht man davon aus, was „jeder“ kann, könne nicht viel wert sein. Das hört sich dann so an: Wir haben da ein paar Informationen zusammengestellt für die neue Imagebroschüre. Sie könnten ja schnell mal drüber gucken … Der Chef meint, es dauert nicht lang … unser Budget, Sie verstehen schon … So eine “5-Minuten-Geschichte” entpuppt sich nicht selten als neuer Text. Konzeption inklusive, versteht sich – soll aber nicht mehr kosten als eine Instant-Suppe.

Wehe, wenn das Usus wird! Die Zukunft könnte so aussehen …

Weil Texter nicht um jedes Brötchen schachern wollen, bin ich Fan der Protextbewegung.

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