Mal über den Tellerrand schauen

Krise? Wo? Im Zweifel immer bei den anderen. Während die einen tönen, an der Weinbranche schrammt die Wirtschaftskrise vorbei, jammern die anderen auf unterschiedlich hohem Niveau über leere Läden.
Die Wahrheit liegt bestimmt wieder irgendwo in der Mitte. „Des Deutschen liebstes Ausflugsziel ist das Jammertal“, stellte unlängst unser Finanzminister fest. Wenn auch in seinem nationalem Geldsäckel so einiges durcheinandergeraten ist – recht hat er.
Schlimmer kann es nicht mehr werden. Echt nicht? Der Satz kommt mir bekannt vor, seit Jahren. Fast mantraartig wiederholen manche Weinhändler den Spruch – diejenigen mit dem finanziellen Speckgürtel besonders laut. Doch jetzt erfahren wir endlich, wer schuld ist: die Krise. Es lebe die Krise!
Nein, witzig ist das nicht. Das erste Quartal lief so be… wie schon lange nicht mehr. Das spüren die Winzer, die Importeure und die Händler. Und bereits jetzt schleicht die Angst herum, das wichtige Präsentgeschäft mit der Industrie zum Jahresende könnte drastisch einbrechen. Wie eng es werden könnte, darüber schreibt heute Michael Pleitgen von der Weinakademie Berlin. Danach wollen 27% der Verbraucher künftig bei Spirituosen und Genussmitteln sparen. So begründet alles sein mag, für Klagen ist keine Zeit. Viel besser ist es, mal über den Tellerrand zu schauen. Oder die eigenen Marketingaktivitäten zu checken. Neue Wege gehen, Sinn und Unsinn der virtuellen Möglichkeiten für sich erkennen – wenn nicht jetzt, wann dann. Ob real oder virtuell, Ideen gibt es viele: Kunden überraschen mit echten Entdeckungen, Frühjahrsputz auf der Webseite oder via Newsletter unterhaltend verkaufen. Noch nie war es einfacher, mit wenig Geld so viel zu erreichen. Professionell sollte es trotzdem sein. Denn wie beim Wein: Billig bringt Kopfweh!

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