Typisch deutsch?

Dinner im ChâteauFranzosen denken immer ans Essen. Mich wundert das nicht. Nirgendwo sonst weckt schon der erste Gedanke am Morgen solchen Appetit. Wenn ein frisches Croissant zum Café au lait duftet, fängt der Tag perfekt an. Gebackener Chèvre chaud und knackiger Salat zum Mittag, wer könnte da schon widerstehen. Mit Vor- und Nachspeise naturellement. Le Apéritif rettet einen über die Zeit bis zum Abendessen: Ein Stückchen Foie gras, s’il vous plaît, ein Glas Champagner, oui merci. Jedes Mal, wenn ich in Frankreich zu Gast bin, genieße ich dieses Leben, probiere möglichst von allem ein bisschen. Die Reihenfolge ist mir dabei ziemlich egal. Als ich bei einem festlichen Buffet wieder einmal die leckersten Häppchen auf meinen Teller stapelte, ward ich deshalb sofort als Allemande identifiziert. „Ist das etwa deutsche Tischkultur, Madame?“, fragte mein französischer Kollege entsetzt und starrte auf meine Auswahl. Hatte ich etwa zu viel aufgeladen? Non, das nicht. Ganz im Gegenteil! Da ich leider kaum hungrig war, beschloss ich, nur einen Gang zu essen und nahm den leckeren Rohmilchkäse – als hors-d’œuvre, wie mein Tischnachbar meinte. C’est inacceptable!

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