Schnüffelparcours für Weinnasen

Foto: aromabar.euDie Nase hängt bis zum Anschlag im Kelch. Saugt ein, atmet aus. Dann taucht der Riecher erneut in die Aromenwolke und meldet schwarze Johannisbeeren, etwas Minze vielleicht. Einen Anflug von grünem Paprika. Wow, das alles soll im Cabernet Sauvignon sein? Viel mehr: Im Wein tummeln sich mehr als achthundert Aromen. Um alle zu erkennen, müsste man eine Supernase besitzen, wie Jean-Baptiste Grenouille – oder fleißig üben. Doch Weinsammler verrammeln erschrocken ihre Kellertür, wenn Sie derartige Trainingspläne verkünden. Clevere Alternative: Die Aromabar für Rotweine enthält zwölf typische Aromen, darunter Erdbeere, Kirsch, Pfeffer und Veilchen. Flakon aufdrehen, schnuppern und bestimmen. Ein Blick ins beiliegende Buch löst das Rätsel notfalls auf. Jede Rebsorte hat ihr charakteristisches Aroma. Mit einem Dutzend Düften ist auch die Weißwein-Aromabar gefüllt. Hier dominieren gelbe Früchte wie Aprikose, Birne oder Pfirsich. Je höher die Qualität eines Weines, desto vielfältiger ist sein Bouquet. Erkennen kann man am Duft oft auch die Herkunft. Neuseeländischer Sauvignon Blanc schmeckt anders als Loire-Wein aus der gleichen Traube. Selbst das Alter verraten die Aromen. Gereifter Sauvignon verströmt mitunter einen Hauch von weißen Trüffeln. Apropos Reife. Lagert der Wein im Barrique, entlockt er dem Holz die begehrten Vanille- oder Toastaromen. Lakritz, Leder und weitere markante Duftstoffe, die vom Fass-Ausbau stammen, identifiziert die Barrique-Aromabar. Nur für eines taugen die Duftampullen nicht: billigen Wein mit Aromen zu „veredeln“.

(veröffentlicht in der „Saisonküche„)

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