Bei Schampus hört der Spaß auf

Googlen Sie mal nach „Schampus“: 216.000 Treffer listet die Suchmaschine in 0,10 Sekunden. Daraus könnte man folgern: Schampus ist ein geläufiger Begriff im deutschsprachigen Raum. Aber für was: Champagner, Sekt oder Schaumwein? Wer bei Wikipedia nach Schampus fragt, bekommt alle drei Varianten kredenzt. Genauer antwortet das Weinportal Wein-Plus und definiert Schampus so: „Früher in Österreich und Deutschland gebräuchliche volkstümliche Bezeichnung für Schaumwein bzw. Sekt, die sich von Champagner ableitet.“ Deshalb dachte sich auch ein Münchner Gastronom nichts dabei, als er auf seine Weinkarte „österreichischen Schampus“ schrieb. Doch er hatte die Rechnung ohne die Franzosen gemacht. Das „Comité Interprofessionel du Vin de Champagne“ schäumte vor Wut und verklagte den Wirt. Schampus sei Champagner und der darf eben nur aus der Champagne kommen. Interessant ist an diesem Streit das Verständnis des Begriffes selbst. Während in gehobenen Bildungskreisen Schampus tatsächlich für Champagner steht (vermuten die Richter), sagt der Durchschnittskonsument Schampus zu allem, was blubbert (behauptet der Wirt). Jetzt wird im Schampus-Streit gerichtlich abgestimmt: Verstehen mehr als 15% der Bürger darunter das „Original“, lassen die Franzosen die Korken knallen.

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