Preisdiktat vs. Verramschen?

Für Schnäppchen ist das Internet immer gut. Mehr als 18.000 Weine suchen allein über ebay einen Käufer. Feine Tropfen, Restposten und Raritäten, aber auch jede Menge önologischer Müll, der dort verschachert wird. Trotzdem leidet das Internet-Auktionshaus seit einiger Zeit unter mangelndem Käuferinteresse und versucht sich als virtuelle Reste-Rampe. Da haben sich die PR-Strategen etwas ausgedacht: eine
Petition muss her. Als Anwalt der Onlineshops kämpft ebay nun gegen Markenhersteller, die ihre Produkte nicht verramscht sehen wollen. Deren „verbraucherfeindliche Methoden“ würden die Online-Händler kaputtmachen, behauptet ein zitierter Händler: „Ich wurde bereits von Markeninhabern verklagt, Lieferungen wurden eingestellt und in meinem eigenen Laden bin ich von einem Mitarbeiter eines Herstellers regelrecht bedroht worden. Und das nur, weil ich Markenprodukte […] auf eBay anbiete – und das zu einem tollen Preis. Hier geht es letzten Endes nur um eines: Preise durch Ausschaltung des Wettbewerbs durch Online-Verkäufer künstlich hochzuhalten.”

Was ist daran so schlecht, wenn ein Hersteller auf den Wert seiner Produkte achtet? Gammelfleisch oder Analogkäse können doch nicht die erstrebenswerte Zukunft der Preisjäger sein. Wie soll ein Weinhändler argumentieren, dass sein Wein mehr kostet als ein halbehrlicher Bio-Wein für 1,99 – besonders, wenn der auch noch schmeckt.

Nur um das klarzustellen: Ich meine nicht einzelne Aktionen bzw. den einen oder anderen Nachlass – hier geht es um den Preis, den eine Ware wert ist. Preiswert muss noch lange nicht billig sein.

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