Offline ist in

Seit letztem Dienstag nichts Neues. Ich muss mal wieder was im Blog veröffentlichen, dachte ich. Bis heute Morgen. Da las ich in der Süddeutschen Zeitung den Artikel „Redakteur Robinson auf der Offline-Insel“ von Alex Rühle. Der Text basiert auf den Erkenntnissen des amerikanischen Bloggers Nicholas Carr – wie wir durch das Internet immer zappeliger und unkonzentrierter werden.

Koo-koo-ka-choo, Mrs. Robinson In einem Buch verlieren, das war früher. Permanentes Linkhopping unterspült unseren Aufmerksamkeitspegel.

Früher war ich ein Taucher im Ozean der Worte. Heute rausche ich auf der Oberfläche entlang wie ein Wasserskifahrer.

So beschreibt Carr seine Veränderung im digitalen Zeitalter. Immer mehr Leute auferlegen sich eine digitale Fastenzeit. Der SZ-Autor Rühle nahm sich sechs Monate. Er berichtet, wie der Feierabend oder ein paar freie Tage von vielen als Anachronismus empfunden werden wie „Kohls wärmende Strickjacke im Haus der Deutschen Geschichte“, wie alle „Mauern zwischen Beruf und Privat zerbröckeln“ oder wie man mit der Angst aufwacht, nachts etwas verpasst zu haben. So schlimm ist es bei mir zum Glück nicht, aber ich habe heute beschlossen, dass ich erst wieder etwas schreibe, wenn meine Ferien zu Ende sind. Und ja, ich kenne die Funktion des „In-die-Zukunft-veröffentlichen“. Trotzdem – oder gerade deshalb bleibe ich offline!

1 Kommentar

  • Ich habe mich zuerst neugierig in den Artikel vertieft – dann zufrieden zurück gelehnt, auf „meiner offline-Insel“ und dann jetzt doch mal neugierig nachgesehen, welche „Wellen“ er schlägt.
    Ich gehe jetzt zufrieden wieder in meine Insel zurück.

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