Neu im Bücherregal: Würgenberg – Weintrips zwischen Mecker und Ödwald

Würgenberg war bislang nur ein schwarzer Fleck auf der Weinlandkarte. Ungestraft bauen die Eingeborenen zwischen Mecker, Braun- und Ödwald Wein an – ohne Eleganz und im Abgang zickig. Lange vor den Österreichern entdeckten sie Glykol und Rebschnitt gilt als Sakrileg. Prollinger, die wichtigste Rebsorte der Würgenberger, konnte bis heute keiner ausrotten. Höchste Zeit, diesen reizenden Landstrich kennenzulernen. Der „Reiseführer“ und Kölner Werbetexter Jens Hüttenberger nimmt uns mit zu den Winzern, deren Liebe zum Wein nur von der Liebe zum Profit übertroffen wird. Witzig geschrieben, herrlich überspitzt und wunderbar respektlos.

Sensible Naturen seien gewarnt: Würgenberger Winzer fristen ein rohes Leben. Das würgenbergische Nationalgericht „Mausmagen mit Rebläusen gefüllt“ honorieren sicher nur fortgeschrittene Gäste. Auch der frühere Brauch, die eigenen Kinder in Maulsäcken zu blanchieren, erscheint dem Neuankömmling möglicherweise befremdlich.
Die Weine stehen den rauen Sitten in keiner Weise nach. Gründlich arbeitet sich der Autor durch die vielfältigen Weinstile Würgenbergs. Vom Weingut Brechheim bis zum Weingut des Grafen von Wahnwitz findet er Rieslinge, die mit Tschernobyl-Gewächsen locker mithalten und Rotweine, die als Hundeblut durchgehen. Seine Verkostungsnotizen zeugen von einer gewissen Leidensfähigkeit.

„Würgenberg – Weintrips zwischen Mecker und Ödwald“ ist ein satirischer Weinführer durch das fiktive Anbaugebiet Würgenberg. Für alle, die das Thema Wein nicht tierisch ernst nehmen. Und nein, mit der schönen Weinregion im Süden Deutschlands, habe Würgenberg gar nichts zu tun. Nicht im Geringsten.

Jens Hüttenberger: Weintrips zwischen Mecker und Ödwald

128 Seiten, kartoniert, erschienen bei KSB Media

9,95 €

ISBN 978-3-941564-15-2

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