Nachgedacht: Frische Pfifferlinge?

Ravioli mit Pfifferlingen
Ravioli mit Pfifferlingen

Wenn du zurzeit mit dem Auto unterwegs bist, ist es fast schon wie ein Déjà-vu. Immer wieder: Ein Ort, mindestens ein Gasthof mit einem Schild auf dem steht „FRISCHE PFIFFERLINGE“.

Beim Blick in die Pfifferlingskörbe und -plastikverpackungen in den Gemüseabteilungen des Handels stellt sich mir die Frage: Wie frisch kann ein Pfifferling aus Rumänien, Moldawien, Weißrussland … wirklich sein? So stelle ich mir das vor – eine nicht ganz ernst gemeinte Vermutung meinerseits. Vielleicht aber auch gar nicht soweit weg von der Realität.

Mitte August in Yazviny*, Nähe Minsk, Belarus.

Tag 1: Die Mamutschkas des Ortes schwärmen aus und finden jede Menge Pfifferlinge in ihrem Wald. Am späten Nachmittag wird der Dorf-Pilzechef langsam nervös – die Muttis trödeln.

Tag 2: Wenn der Laster anspringt, sammelt dieser die Pfifferlinge von den umliegenden Dörfern noch mit ein und bringt sie (mal mehr, mal weniger) gut gekühlt zum Exportmensch in die Stadt.

Tag 3: Die Ladungen vieler LKWs werden gesammelt verladen – bestenfalls in den Flieger, denn: Die Menge macht’s günstiger!

Tag 4: Der Pilze-Bomber erreicht den Bestimmungsort, die Fracht wird entladen und kommt in die deutschen Gemüse-Zentralen.

Tag 5: Die landesweite Verteilung beginnt. Viele Lastzüge interessierter Handelsketten und anderer Verteiler holen ab und beliefern ihre regionalen Zentralen.

Tag 6: Die Verteiler verteilen weiter, bis die Ware vor Ort ist. Das Warten auf Interessenten beginnt.

Tag 7: Idealerweise werden heute alle frischen Pfifferlinge verkauft. Sie warten nun im Kühlraum des Wirtes deines Vertrauens auf deine Bestellung!

Darauf erstmal ein Pils, möglichst frisch gezapft…

* Den Ort gibt es wirklich – die Handlung ist frei erfunden, sie entspringt einer Flut an Gedankengängen des Autors beim tagtäglichen Betrachten seiner Umgebung. Jegliche Ähnlichkeit mit tatsächlichen Vorkommnissen dieser Art ist rein zufällig.

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