London Wine Fair

London is calling

London’s calling. Dennoch kommen immer weniger Besucher zur London Wine Fair, nur ein Drittel der Fachleute, die zur ProWein nach Düsseldorf fahren. Die, die unbeirrt an die Themse reisen, freuten sich in diesem Jahr über eine entspannte Atmosphäre, Platz in den Gängen und ein erstklassiges Programm mit Workshops, Seminaren, Masterclasses und Verkostungen. Wer vorab gebucht hatte, fühlte sich wie ein Green-Card-Besitzer – die Warteliste übertraf die der Gäste nicht selten an Länge. Wie beim Wine Faults Workshop „Reduction – where have all flavours gone?“ Reduktive Aromen zu erkennen, ist gar nicht so einfach. Mal stinkt es, als ob ein Autoreifen in den Tank fiel, manchmal nach gekochtem Ei oder irgendwie metallisch. Der französische Wissenschaftler Pascal Chatonnet erklärte, was während der Gärung und beim Abfüllen mit dem Wein passiert, warf unendlich viele Formeln an die Wand und stellte ein paar Weine auf den Tisch, die verschiedene Stadien der Reduktion zeigten. Nie fand ich eine Chemiestunde spannender!


Ich verkoste nicht besonders gern auf Weinmessen. Zu schlechte Luft, zu viel Gedränge, zu wenig Spucknäpfe (jedenfalls selten in Spuckweite) und so weiter. Ganz abgesehen vom Zeitfaktor, wenn man sich nur einen Überblick verschaffen will, der Winzer sich aber so freut, dass sich jemand für seinen Stand interessiert … Deshalb liebe ich thematische Verkostungsinseln – auf separaten Tischen Weine einer Rebsorte, einer Region oder einen Typ in Ruhe probieren. Und dann gezielt das Weingut kontaktieren, dessen Weine mir gefallen. Die Südafrikaner bereichern mit diesem Konzept ihren Gemeinschaftsstand. Pfadfinder vor: Der britische Weingroßhändler Bibendum lockte mit einer Weinroute, die entlang der Weinstile führte. Auf verschiedenen Wegen, die sich immer wieder kreuzten, konnte man die Vielfalt der Weine erkunden.
Perfekt temperiert und schluckweise ausgeschenkt: Die Goldmedaillengewinner der International Wine Challenge gab es am Automaten in der Verkostungszone.

Das Ziel des Messevortages: Australien nonstop. Im Australia House moderierten vormittags Tim Atkin MW, Nick Stock und Chester Osborne (d’Arenberg) die A+ Australian One Day Wine School, nachmittags stand ein Tasting mit 50 Weinen auf dem Programm. Am Abend stellte Matthew Jukes die Top 100 von Australiens Weinen vor. Anschließend wollte ich nur noch: ein Bier und mein Bett.

Marmor und kein Ende. Und das ist nur der Flur. Royal, oder?

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