Lass die Leute reden …

Mund-zu-Mund-Propaganda Die Werbeanzeige in der Lokalzeitung interessiert wieder kein Schwein. Auf das letzte Mailing reagieren nicht mal fünf Prozent, und bei der Weinverkostung neulich herrscht gähnende Leere im Laden.

Gerade für Unternehmen mit überschaubarem Marketing-Budget wird es immer schwerer, mit der Botschaft ans Ziel zu kommen – und Aufmerksamkeit beim Kunden zu erhaschen. Es sei denn, man gibt ihm einen Grund. Zum Wundern. Zum Echauffieren. Zum Kommentieren.
Lass die Leute reden … das haben sie immer schon getan („Die Ärzte“). Gewiss, ins Gerede kommt man schnell, manchmal anders als gewollt. Besser: die Leute aktiv einbeziehen. Mitreden lassen, lenkt die Lust am Weitertragen in die gewünschte Richtung. Ungewöhnliche Aktionen lassen sich oft ganz einfach realisieren – mit geringen Kosten und weitreichender (Werbe-)Wirkung.

So unkompliziert wie wirkungsvoll fand ich eine Blindprobe, zu der ein Fachhändler einlud. Die Weine wurden verdeckt verkostet, jeder Teilnehmer sollte den Preis notieren, den er bezahlen würde. Alle – ohne Ausnahme – verschätzten sich nach oben. Wer hätte das gedacht … im Fachgeschäft … soo günstig! Das hartnäckige Vorurteil auszuräumen, dass im Fachhandel nur teuer gut wäre, dieses Ziel hatte der Händler an diesem Abend erreicht. Und nebenbei noch ein paar Stammkunden gewonnen, die sich zuvor niemals in sein Geschäft trauten.

Ein anderes Beispiel, durch Social-Media-Netze einfach wie nie zuvor realisierbar: Ein Weinpaket ohne weitere Informationen an ausgewählte Kunden oder Multiplikatoren schicken mit der Bitte, diese zu kommentieren. Eine solche Aktion startete neulich Sud de France, vor ein paar Jahren schob sich auf diese Weise das bis dahin unbekannte südafrikanische Weingut Stormhoek ins Rampenlicht.

Was früher Mund-zu-Mund-Propaganda hieß, funktioniert heute als Viral- oder Guerilla-Marketing. Wichtig ist allein der Aha- oder Wow-Moment. Im positiven Sinne, versteht sich.

Ein Beitrag zur Blogparade vom PR-Doktor zum Thema: Diesseits der Trampelpfade – ungewöhnliche Werbe- und PR-Aktionen.

Fotoquelle: pixelio.de/gay

1 Kommentar

  • Ja da haben sie absolut recht – manchmal braucht es nicht große Budgets, sondern eher Verstand. Bei uns hat ein Getränkemarkt auch schonmal eine Blindverkostung von Biersorten gemacht. Damals haben einige Leute feststellen müssen, dass ihr Lieblingsbier „blind“ gar nicht so gut schmeckt.

    Danach haben sie ein anderes gekauft…
    Viel hat halt auch mit Markenkult zu tun 🙂

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