Ab Juli 2012: Weinetikett muss Allergene nennen

Mehr Kennzeichnung, weniger Klarheit. Was Weinkäufer aufklären soll, führt wohl eher zu mehr Verwirrung am Regal: Ab 1. Juli 2012 gilt eine erweiterte EU-Kennzeichnungspflicht für allergene Stoffe. Musste bisher nur angegeben werden, ob ein Wein Schwefel enthält, informiert das Etikett künftig über Sachen wie „Enthält Lysozym aus Ei“, „Enthält Ei“, „Enthält Kasein aus Milch“, „Enthält Michprotein“ und weitere Bezeichnungen. Proteine werden bei der Weinherstellung traditionell zum Klären des Weines verwendet. Sie binden Trubstoffe und werden gemeinsam mit ihnen wieder aus dem Wein entfernt. Kein Risiko, sagen die Winzer. Ein Restrisiko, meinen die EU-Bürokraten, denn Milch und Eiweiß gelten als Stoffe, auf die manche Menschen allergisch reagieren.
Die Kennzeichnungspflicht gilt für Weine die in der EU vermarktet werden und ab Juli 2012 in den Verkauf kommen. Ausgenommen sind Weine, die zwar mit entsprechenden önologischen Methoden behandelt wurden, jedoch mit den von der Organisation Internationale de la Vigne et du Vin (OIV) zugelassenen Analysenmethoden nicht mehr nachweisbar sind. Was beispielsweise bei vielen Industrieweinen der Fall sein dürfte. Wein kaufen ist und bleibt eben Vertrauenssache.


Piktogramme zur Kennzeichnung allergener Stoffe, © Europäische Union

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