Das ist abgeschrieben: Note 6, setzen!

Nein, ich bilde mir das nicht ein: Immer öfter lese ich zu einem Wein die gleiche Beschreibung. Wort für Wort. Wie er schmeckt. Wo er wächst. Wer ihn macht. Auf Internetseiten und in Onlineshops, die nichts miteinander gemeinsam haben. Außer vielleicht den Lieferant, der ihnen die Texte gleich mit dem Wein liefert. So weit, so gut. Aber da gibt es noch das Thema Nutzungsrechte. Einmal bezahlt, immer und überall verwenden – so einfach geht das nicht. Manch einem mag nun die Kinnlade nach unten klappen. Mal anders betrachtet: Was würde ein Händler sagen, wenn ich eine Flasche Wein bezahle, eine zweite einfach einpacke und seine Forderung nach einem Obolus abwinke. Er möge das doch bitteschön als Werbung betrachten. Schließlich bewirte ich viele Gäste mit dem tollen Tropfen.
Zu weit hergeholt? Nein. Meine Texte fand ich 1:1 auf fremden Seiten – ohne mich vorher zu fragen. Ich solle doch froh sein, dass sie dem Dieb so gut gefallen. Aha. Nur weil etwas öffentlich im Netz steht, darf sich jeder gratis bedienen?
Jetzt ist selbst der Agentur Agence France Presse (AFP) der Kragen geplatzt. Zusammen mit der Hamburger Firma Textguard rücken sie der Copy&Paste-Mentalität zu Leibe.
Textklau fliegt nicht immer auf, aber immer öfter. Wer erwischt wird, zahlt inzwischen saftige Strafen. Und für das Geld könnte man sich wirklich eigene Texte schreiben lassen, oder?

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