Hühnerfüße zum Dinner

Es ist hierzulande kaum noch etwas Besonderes, chinesisch essen zu gehen. Es sei denn, man ergattert einen Platz in der Ming-Dynastie. Schon bei der Auswahl an Dim-Sum stand fest: Das Hauptgericht fällt heute aus.
Am liebsten hätte ich alle 27 warmen Tellerchen und die 23 kalten Vorspeisen bestellt, doch selbst mit zwei hungrigen Begleitern hätte dies an maßlose Selbstüberschätzung gegrenzt. So haben wir uns beschränkt auf: gedämpfte Teigtaschen mit Garnelen-, Hühner- und Bambusfüllung, gedämpfte Reismehltaschen mit Krebsfleischfüllung, gebratene Pfannkuchen mit Rindfleisch, gebackene Sesambällchen mit Lotusfruchtfüllung, Rindersülze mit fünf Gewürzen, Quallensalat mit acht Kostbarkeiten, Erdnüsse in Essig, geschmorte Hühnermägen in Chiliöl – und tausendjährige Eier. Die sind nicht wirklich 1000 Jahre alt, sondern gelten als traditionelle chinesische Spezialität. Dazu werden rohe Enteneier in eine spezielle erdige Masse eingelegt. Nach etwa drei Monaten schimmert das Eiklar bernsteinfarben und das Eidotter dunkelgrün. Schmeckt besser als es sich anhört.
Meine persönliche Mutprobe hatte ich am Abend vorher: Ich habe Hühnerfüße gegessen. Und festgestellt, dass meine Ekeltoleranz doch niedriger liegt als erwartet.

Ming Dynastie, Brückenstraße 6, 10179 Berlin (gegenüber S-Bahnhof Jannowitzbrücke), Tel.: 030-30875680, täglich von 12 – 24 Uhr

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