Mit dem Kanu auf dem Altmain im Fränkischen Weinland

Blick auf die Vogelsburg
Blick auf die Vogelsburg

Dieser Beitrag enthält nicht nur Werbung, sondern auch jede Menge Begeisterung für ein ganz besonderes Fleckchen Natur am Main. Nicht ausgeschlossen, dass die Lektüre einen akuten Reisewunsch auslöst.

Kentern? Passiert höchstens beim Ein- und Aussteigen, meint Walter, der uns an der Kanu-Anlegestelle Volkach einweist. Ansonsten sei alles ganz einfach: paddeln, steuern, anlegen. Das mit dem Schleusen klingt schon komplizierter.

Also los. Wir hieven das Boot ins Wasser, ziehen es an den Steg. Paddel quer über das Kanu legen zum Stabilisieren, einen Fuß ins Boot, ausbalancieren, dann den anderen und schnell setzen. Am besten in den Schneidersitz. Klappt.

Paddeln im Naturschutzgebiet Altmain

Unsere Einstiegsstelle liegt an einer breiteren Stelle des Flusses, kurz bevor der Main sich in Kanal und Fluss teilt. Also müssen wir erst mal Gas geben, um auf die andere Seite zu kommen, bevor der nächste Frachter aufkreuzt. Das heißt, kräftig paddeln. Die Frachtschiffe nehmen an dieser Stelle Kurs geradeaus auf den Mainkanal. Der Main selbst, der bei Volkach einen weiten Bogen macht, bleibt den Freizeitkapitänen vorbehalten.

Bei Sommerach
Bei Sommerach

Keine fünf Minuten später: die Schleuse (zum Glück die einzige auf unserer Strecke). Ich erkläre mich freiwillig zum Schleuser und steige aus. Die Anleitung von Walter nehme ich sicherheitshalber mit. Hebel auf Bergfahrt, den roten Knopf drücken, bis das untere Tor sich schließt und Wasser die Schleusenkammer füllt. Oberes Tor öffnen und die Kanus, die sich bereits stauen, einfahren lassen. Hebel auf Talfahrt, roten Knopf drücken und warten. Langsam sinkt der Pegel, schließlich liegen die Boote sieben Meter tiefer im Wasser. Unteres Tor auf, rausfahren. Geschafft. War wirklich ganz einfach. Einfacher jedenfalls als ohne Schaukelei aus dem Boot raus und wieder reinzukommen.

Jetzt beginnt der entspannte Teil unserer Fahrt auf dem Altmain – von Volkach über Nordheim bis Sommerach.

Die Strömung ist spürbar, wenn auch weit entfernt von Wildwasserstärke. Kleine Strudel kräuseln die Oberfläche, wir lassen uns treiben. Der unter Naturschutz stehende Altmain macht es uns einfach: in der Mitte halten, ein bisschen steuern – selbst ohne zu paddeln wären wir in drei Stunden an unserem Ziel in Sommerach.

Viel Zeit, um die Natur um uns herum zu beobachten. Die Luft flirrt. Weiden tauchen ihre Äste ins seichte Uferwasser. Ein Graureiher lauert auf Beute, eine Schwanenfamilie begleitet uns.

Mit dem Kanu entlang der Weinberge

Bald kommen die Weinberge von Escherndorf in Sicht. Unterhalb der Vogelsburg lädt eine kleine Sandbank zum Anhalten und Baden. Die lagunenartige Bucht ist so flach, das wir im herrlich warmen Wasser stehen könnten. Was für ein schönes Plätzchen mit Blick auf die Reben. In den Steillagen von Escherndorf reifen unter anderem die für Franken typischen Silvaner. Seit mehr als 350 Jahren wird die Rebsorte in der Region bereits angebaut.

Zeitweise hören wir nur unsere Paddel ins Wasser tauchen, so still ist es, ab und zu ruft ein Vogel. Nur auf die beiden Partyfloße könnten wir gern verzichten, die lautstark mainabwärts schunkeln. Okay, dann kleine Pause. Wir steuern eine der Buchten an und lassen die schwimmenden Bierzelte vorbei ziehen.

Am Ufer verstecken sich die letzten Blüten von weißen Seerosen und verlassene Nester. Ein Entenpaar putzt sich in der Sonne. Wie in Zeitlupe trägt der Main unser Kanu schließlich weiter flussabwärts. Vorbei an der Vogelsburg, die wir heute aus der Froschperspektive betrachten.

Erster Stopp: Nordheim. Ausflug ins Divino-Bistro der örtlichen Winzergenossenschaft, anschließend ein bisschen durch den Ort bummeln und schnell wieder am Wasser landen. Füße in den Sand stecken und Ferienlaune atmen. Die Strandkörbe am Nordheimer Ufer sind verlockend, doch bis Sommerach brauchen wir noch gemütliche 90 Minuten, so dass wir bald wieder ins Boot steigen.

Die Maininsel mit dem Boot erkunden

In großem Bogen fließt der Main nun von Nordheim und Escherndorf um die Weininsel herum. Tatsächlich liegen die Orte Sommerach, Nordheim und die Hallburg auf einer Insel im Fluss seit der Mainkanal für die Schifffahrt gebaut wurde. Auf der rechten Flussseite wachsen die Reben an steilen Hängen wie in einem Amphitheater. Die wahrscheinlich bekannteste Weinlage ist der „Escherndorfer Lump“, einige der besten Silvaner Frankens reifen hier.

Obwohl ein paar Wolkenschleier den Himmel bedecken, spüren wir die Sonne auf der Haut. Gleichzeitig ist es angenehm kühl auf dem Wasser.

Einige Meter seitlich von unserem Boot klatscht etwas ins Wasser. Huch, was war das? Ein großer Fisch? Nee, an einem Baum am Ufer entdecken wir ein langes Seil, mit dem sich Kinder ins Wasser katapultieren. Nicht ganz freiwillig baden geht dagegen die Crew des Kanus, das nach einer Rast vom Biergarten Köhler ablegt. Deren Rolle seitwärts sieht aus unserer Perspektive ziemlich lustig aus und auch die Drei nehmen’s mit Humor.

Bald taucht linker Hand die Silhouette von Sommerach auf, viel zu schnell geht unsere Tour zu Ende. Beim Campingplatz Am Katzenkopf (so heißt eine der Sommeracher Weinlagen) markiert die Gelbe Welle den Ausstiegspunkt. Von hier bringt uns der Waterwalker-Bus zur vereinbarten Zeit zurück nach Volkach.

Unser Tipp: Noch ein Stündchen oder zwei für einen Bummel durch Sommerach selbst einplanen. Bis zum Ortskern sind es nur ein paar Minuten zu Fuß, die sich lohnen: Es wartet ein Traum aus Fachwerkhäuschen, Bauerngärten, Blumen und Wein.

Main von oben
Der Main von oben

Weitere Infos & Adressen:
Kanuverleih Waterwalker, Ländestraße 3, Volkach, www.waterwalker.de
Mainzeit – Das Tourismusportal von Volkach, www.volkach.de
Fränkisches Weinland, www.fraenkisches-weinland.de


Meine Reisen werden zum Teil unterstützt durch Tourismusverbände, Veranstalter und Hotels. Auf Art, Inhalt und Umfang meiner Berichte hat dies keinen Einfluss, meine Meinung und alle Empfehlungen sind wie immer die eigenen. Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Fränkisches Weinland Tourismus GmbH.

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wordpress Anti-Spam durch WP-SpamShield