Flexibel? Aber ja doch!

Es hat bisschen was von einem Kasperletheater. Wir spielen immer dasselbe Stück. Chefkasperfrau bekommt meine Vorschläge. Nickt ab. Ich schreibe. Nach einer Woche fragt Kasperle: Hatten wir das so abgesprochen? Aha. Prima geschrieben, sagt Kasperle noch und taucht wieder tagelang ab. Jetzt kommt Kasperles Assistentin ins Spiel. Sie hätte mal ein bisschen recherchiert in der Zwischenzeit. Das Thema fällt ja wohl durch, ist zu speziell (stimmt, handelt ja von Wein). Kaspermädchen möchte einen neuen Text. Ich protestiere: War doch abgestimmt. Umsonst. Chefkasperfrau sagt jetzt auch: Wir brauchen ganz andere Personen. Erfolgreich, international bekannt, jung, weiblich – und möglichst aus der Region! Ich erkläre, dass diese Spezies in der Weinwelt nur begrenzt verfügbar sei.  Wir einigen uns nach einigen Tagen auf einen Top-Promi-Ersatz-Winzer. Spätestens jetzt meldet sich der Bildkasper zu Wort. Das Foto gefällt mir nicht, heult er. Die folgenden fünf auch nicht. Er denkt nach. Irgendwann kommt Bildkasper auf die Idee, einen Fotografen an den Tatort zu schicken. Sofort gehts ihm besser. Noch vor Auslieferung des Heftes wird die Seite fertig. Ich glaube, Kaspermädchen mag mich nicht. Sie mag vielleicht keinen Wein. Auf jeden Fall nicht meine Texte. Sonst würde sie diese nicht so zerhacken und eine Buchstabensuppe draus kochen. Monat für Monat.
Kann natürlich sein, dass ich mich irre und Kasperles Assistentin nur zeigen will, was sie drauf hat. Sie wurde frisch engagiert im Kasperle-Verlag. Neulich hat sie gesagt, „das kommt gut“. Bei so viel Lob mach ich mich gleich an die Ideen fürs nächste Mal.

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