Feuer in den Winelands

Mittwoch Nachmittag in Kapstadt. Sonne, 33 Grad im Schatten. Unser Flieger ist eben gelandet, unsere Koffer auch. Noch eine halbe Stunde bis zu unserem Ziel für die nächsten Tage. Ich will nur noch in den Pool springen und danach ein Glas Wein auf der Terrasse genießen. Fehlanzeige! Das Open Air Vergnügen fällt aus – jedenfalls an diesem Abend.
Nach wenigen Kilometern auf der N2 taucht am Horizont eine schwarze Wand auf. Kurz vor Stellenbosch kommen uns Autos mit Scheinwerferlicht entgegen, dabei ist es gerade mal fünf Uhr.
Ein Gewitter? Nein, es sieht eher aus wie der Weltuntergang. Rauch verdunkelt die Sonne, hüllt sie ein in einen dreckigen Schleier. Es scheint, als ob eine Rotlichtlampe am Himmel hängt. Windstöße fegen durch die Straßen, schleudern uns Staub und Asche ins Gesicht. Die beißende Luft legt sich auf die Zunge und nach ein paar Minuten im Freien riechen wir selbst wie eine Rauchwurst. Es brennt in den Stellenbosch Mountains. Hubschrauber mit Wasserbomben fliegen seit dem Morgen, erzählen unsere Gastgeber. Doch durch den heftigen Wind haben sie kaum eine Chance, die Feuer zu löschen. Vom Dach des Hauses sehen wir die Flammen. Im Laufe der Nacht fliegen die Funken bis auf die andere Seite der Berge und bedrohen auch Vergelegen, Lourensford und andere historische Weingüter.

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