Ein blauer Tag

Die Blaue Moschee besuchen wir gleich morgens, da sind noch nicht so viele Touristen unterwegs. Diese Idee hatten die anderen auch. Angesichts der Massen, die mit uns Einlass begehrten, müssen wir dennoch nicht lange warten. Zum einen Seiteneingang werden die Besucher reingeschleust, auf der anderen Seite wieder hinaus. Ein wenig Schlange stehen, Schuhe aus- und Kopftuch anziehen und rein in die gute Stube, die mit einem dicken, weichen Teppich ausgelegt ist. Ein angenehm dämpfendes Gefühl. Bekannt ist Blaue Moschee für ihre handgefertigten blauen Keramikfliesen an den Wänden und Decken. Über 20.000 sollen es sein. Beeindruckend ist es.

 
Blau zeigt sich nach dem Einheitsgrau der letzten Tage endlich auch der Himmel. Was liegt also näher als eine Fahrt auf dem Bosporus, dessen Wasser die Himmelsfarbe absorbiert. Oder anders herum. Die Boote legen westlich der Galatabrücke ab, dort kauft man auch die Tickets für die 90-minütige Rundfahrt. Mit oder ohne Lunch.
Im Bild der Leanderturm. Es gibt mehrere Legenden um den ehemaligen Leuchtturm aus dem 18. Jahrhundert. Die, die mir am besten gefällt, geht so: Einer türkischen Prinzessin prophezeite ein Wahrsager den baldigen Gifttod. In seiner Verzweiflung sperrte der Vater sie in den Turm. Es half nichts. In einem Obstkorb, den man ihr schickte, verbarg sich eine Schlange und biss zu.

 
Camlica erkennt man schon von weitem – an den vielen Antennen. Die beste Zeit, den Hügel auf der asiatischen Seite von Istanbul zu erklimmen, ist die blaue Stunde. Wenn der Himmel noch nicht schwarz ist, die Sonne sich aber längst verabschiedet hat. Die ersten Lichter flackern in der Dämmerung und die Autos auf der Atatürk-Brücke winden sich wie eine silberne Schlange zwischen den Kontinenten. Eine seltsam-schöne Stimmung.

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