Gib dem Affen keinen Spätburgunder!

Baboons, South Africa, Cape Point

Vergiss Bananen! Wir Paviane stehen auf Spätburgunder. Chardonnay ist auch nicht schlecht. Hauptsache richtig süß. Die Winzer verstehen das nicht, sie sind stinksauer auf uns. Weil wir ihre besten Trauben klauen, die für die teuren Weine. Die sauren spucken wir auf den Boden.

Zugegeben, unsere Manieren sind nicht die besten, aber ärgern wollen wir die Winzer keineswegs. Wir haben Hunger. Früher fanden wir an den Hängen genug anderes zu fressen, doch heute: Wein, immer mehr Wein. Sicher, manche von uns übertreiben die Sache. Die naschen von den in der Sonne angegorenen Beeren, springen besoffen durch die Reben und schlafen anschließend ihren Rausch im Weinberg aus.

Winzerschreck am Cape Point: besoffene Paviane

Klar, dass sich die Winzer wehren. Mit diesen ohrenbetäubenden Vuvuzelas erschrecken uns die Arbeiter. Nützt nur nicht viel. Sobald sie aufhören, kommen die Furchtlosen unter uns sofort wieder. Die falschen Schlangen, die sie im Weinberg aussetzen, erkennt nach einer Weile auch der blödeste Affe. Und über die Elektrozäune springen wir entweder gleich drüber oder – wie die Schlauen unter uns – prüfen mit dem Finger, ob Saft drauf ist.

Auf der Kaphalbinsel verlieren sie bis zu 26.000 Euro im Jahr durch unser Gebaren, klagen die Winzer. Wie sollen wir diesen Schaden je wieder gutmachen? Ich hab’s: Anheuern als Erntehelfer – gegen Kost und Logis.

Foto: ©Cape Town Tourism

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wordpress Anti-Spam durch WP-SpamShield