Segeltörn rund um die Knysna Heads

Kurs auf den Indischen Ozean
Kurs auf den Indischen Ozean

Wir kommen nicht durch. Weil das einige in der Gruppe aber partout nicht glauben wollen, steuert Theo das Boot noch ein bisschen weiter in das aufgewühlte Meer vor den Heads, die die Lagunenstadt Knysna vom Indischen Ozean abschirmen. Der Wind zerrt am Segel, schaukelt das Boot hin und her. Hoch und runter.

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Okay.

Jetzt sieht auch der Engländer an Board ein, dass es keine gute Idee ist, heute auf dem Meer zu segeln. Etwa zwei Meter hoch sind die Wellen, für einen Skipper wie Theo kein Problem. Aber wer weiß, nicht alle Touristen sind so seefest, also lieber kein Risiko eingehen.
The Heads, das ist die Hafeneinfahrt von Knysna, die von zwei Sandsteinklippen gesäumt wird. Die felsige Passage gilt als eine der gefährlichsten der Welt: 250 Meter breit, davon 15 Meter befahrbar.
Die Lagunenstadt liegt an der Gartenroute, umgeben von sattgrünen Wäldern, in denen noch wilde Elefanten leben. Im Hinterland ist die Silhouette der Tsitsikamma-Berge erkennbar.

Es ist ein sonniger Sommernachmittag in Knysna, als wir mit der Springtide, einer 50-Fuß-Yacht, vom Pier an der Waterfront ablegen. Die weißen Häuser auf Thesen und Leisure Island, der beiden Inseln in der Lagune, bilden einen hübschen Kontrast zum strahlend blauen Himmel. Segelboote schaukeln im Yachthafen. Übrigens einer der ältesten der Welt, 1910 gegründet.

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Immer mit dem Wind

Wir passieren das private Naturreservat The Featherbed, auf dem westlichen Head. Auf einer geführten Tour kann man die Vielfalt des Floral Kingdom auf engstem Raum erkunden und die Panorama-Aussicht auf die Lagune genießen. Die Tour haben wir gestern gemacht, dabei entstand auch das Titelbild. Der Name stammt der Legende nach von den Seeleuten, die früher auf rauer See tagelang warten mussten, bis die Einfahrt in die Lagune möglich ist. Anschließend fühlten sie sich geborgen wie in einem Federbett.

Der Ozean ist unberechenbar, es scheint alles ruhig und im nächsten Moment steht diese Monsterwand vor dir, erklärt Theo. Und eine Meile weiter draußen, nichts, keine Wolke weit und breit. Bei Theo fühlen wir uns sicher. Sein halbes Leben lang segelt der Holländer schon um die Welt, hat ein paar ernste Stürme überlebt, mit Wellen so hoch wie der Mast. Auch wenn das im Vergleich dazu ein Witz ist, in der Lagune von Knysna bläst ein straffer Wind, was uns erstaunt ob der geschützten Lage. Um nicht ständig kreuz und quer zu segeln, tuckern wir das erste Stück mit Motorkraft aus der Waterfront heraus, bevor Dalan und sein Deckhand-Kollege Fock und Großsegel setzen.

Segeltörn mit Skipper Theo

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Laut GPS sind wir nun mit sieben Knoten unterwegs. Wind in den Haaren, Salz und Sonne auf der Haut – wir genießen es, so elegant über das Wasser zu gleiten. Schade nur, dass wir nicht auf dem offenen Meer segeln können heute. Vielleicht hätten wir Haie, Delfine oder sogar Orcas gesehen, die es da draußen gibt. Manchmal verirren Haie sich sogar in die Lagune, vor ein paar Wochen hat man ein Drei-Meter-Exemplar weiter oben im Knysna-River gesichtet.

Im zweitgrößten Feuchtgebiet Südafrikas nach St. Lucia im KwaZulu Natal gibt es mehr als hundert Arten Salz- und Süßwasserfische. Dazu kommen vier Hektar Austernbänke. Knysna ist bekannt als Austern-Metropole. Etwa 200.000 Stück verspeisen die Besucher jedes Jahr allein beim jährlichen Austernfestival im Ort.

Manchmal ist das Meer zu unruhig, um die Heads zu passieren.

Außer uns sind drei weitere Pärchen an Board der Yacht: junge Ägypter auf Flitterwochenreise sowie ältere Herrschaften aus Großbritannien und Holland, bei denen die Silberhochzeit sicher schon einige Zeit zurück liegt.
Die Stimmung ist gelöst, die Springtide zieht sanft ihre Spur durchs Wasser. Dalan schenkt südafrikanischen Schaumwein ein, Méthode Cap Classique, und serviert dazu Garnelen, Chips und Samosas.

So lässt es sich leben: Krabben, Samosas und MCC an Board

Segelboot

Die Abendsonne steht tief inzwischen, der Wind hat sich gelegt. Ziemlich schnell verschwinden die Heads unter einer Wolkendecke, die aussieht wie ein Federbett. Küstennebel, der durch die Temperaturschwankungen entsteht. Normalerweise hat das Wasser im Sommer um die 21 Grad um diese Zeit, doch eine Südwestströmung bringt momentan kalte Luft, der sich morgens und abends als Nebel niederschlägt.

Mit den letzten wärmenden Sonnenstrahlen kehren wir zurück in den Hafen. Im 34 South – Home of the Knysna Oyster an der Waterfront lassen wir den Tag stilvoll ausklingen mit Austern und einem erfrischenden Sauvignon Blanc.

Verkostung in der Austern-Metropole Knysna

Buchen kannst du den Segeltörn rund um die Knysna Heads bei Ocean Odyssey unter www.springtide.co.za; weitere Infos über Knysna findest du bei www.visitknysna.co.za.
Bei diesem Erlebnis wurde ich unterstützt von Knysna Tourism.

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