Fastnachtstrubel ade: Tipps für Urlaub ohne Narren

capetown is colourful
Buntes Kapstadt

Mit Konfetti und Kamelle kannst du nichts anfangen? Mit organisierter Ausgelassenheit und kollektivem Verkleidungszwang auch nicht? Willkommen im Club der Faschingsmuffel! Während der nächsten Wochen, in denen die Narren regieren, müssen wir uns wieder entscheiden: als Sauertopf gelten, zu Hause hocken und abwarten, bis der Spuk vorbei ist. Oder das Feld räumen und den Resturlaub vom letzten Jahr an einem passenderen Ort verbringen.

Seit Jahren nutze ich die Zeit im Februar, um dem Fastnachtstrubel zu entkommen. Mein bevorzugtes Ziel: Kapstadt. Okay, das liegt nicht gerade um die Ecke, doch vieles spricht dafür, jetzt ein paar Tage im südafrikanischen Sommer zu verbringen – in einer Woche kannst du dort unglaublich viel erleben. Oder einfach nur ausspannen. Geht auch. Übrigens: Kapstadt hat nur eine Stunde Zeitverschiebung, der Jetlag fällt also aus.

Kapstadt Tipps für Faschingsmuffel: Sonne, Meer & viel Genuss

Hin kommst du ganz bequem mit einem Nachtflug ab Frankfurt oder München und spazierst direkt vom Flieger ins nächste Café zum Frühstücken. Ab 7 Uhr morgens hat das Restaurant im Company’s Garden geöffnet, wo du die ersten Sonnenstrahlen und einen Cappuccino mit Blick auf den Tafelberg genießt. Samstagmorgens findet im Garten eine Open-Air-Yoga-Session statt. Keine schlechte Idee, nachdem der Körper 11 Stunden passgenau in einen Economy-Sitz gefaltet war.

Gut gestärkt kannst du (vor allem am Wochenende) anschließend auf den hübschen Märkten von Kapstadt bummeln: Greenmarket, Shortmarket, Good Company Farmers’ Market, The Old Biscuit Mill Neighbourgoods Market und mehr als 30 kleinere.

Wenn du zum ersten Mal in Kapstadt bist, lohnt sich eine Tour mit dem Hop-on-Hopp-off-Bus (rote oder blaue Linie), der alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt ansteuert – vom Tafelberg über den botanischen Garten Kirstenbosch bis zum ehemaligen Fischerort Hout Bay. Steig aus und ein, wo es dir gefällt und lass dir den ganzen Tag Zeit, alles zu erkunden. Oder zwei, dann kannst du mehrere Linien kombinieren und auf der Weinroute (Purpur-Linie) ein paar Kapstädter Weingüter besuchen. Sollte der Tafelberg sich ohne Tischtuch präsentieren, dann schmeiß sofort alle Tagespläne über den Haufen, fahre nach oben und genieße das atemberaubende Panorama von Kapstadt.

Tafelberg

Einen Mietwagen brauchst du in der Stadt nicht. Das Zentrum lässt sich problemlos zu Fuß erkunden, mit dem MyCiTi-Bus oder mit einem Taxi. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Uber gemacht. Sie sind nicht nur günstig, sondern auch sicher und sauber.

Kulinarisch ist Kapstadt ein Paradies. Egal, worauf du Appetit hast, es gibt garantiert ein cooles Lokal oder eine Bar, in der du fündig wirst. Ein heißer Tipp ist die Bree Street in der City Bowl, wo sich ein Lokal ans andere reiht – von Sushi, Cape Tapas bis Burger ist dort alles vertreten. Teils mit schrägen Konzepten wie das Hard Pressed Café im Portside Building gleich am Anfang der Straße oder die Wäscherei, wo du koreanische Dim Sum essen kannst, während sie im Hinterzimmer deine Klamotten reinigen und bügeln.

I love my laundry

Ein Muss: V&A Waterfront. Hier sind nicht nur Touristen zugange, auch die Kapstädter selbst kommen gern hier her – wegen der guten Restaurants. Mein Favorit: das Sevruga mit seiner sensationellen Sushi-Auswahl und einem Logenplatz direkt am Quai. Die besten Steaks der Stadt gibt’s im Hussar Grill am Sea Point und der schönste Platz für den Sundowner ist Camps Bay oder eine der Rooftop-Bars wie die im The Grand Daddy Hotel in der Long Street. Die Backpacker-Meile lohnt einen Bummel, wenn du ein hübsches Souvenir von südafrikanischem Kunsthandwerk suchst. Ich mag auch den African Music Store in der 134 Long St., wo sie besten südafrikanischen Jazz verkaufen.

Löwe in der Longstreet

Waterfront mit Signal Hill

Es wird viel diskutiert, ob man eine Township besuchen sollte. Nicht nur, weil es zu gefährlich wäre, vielmehr auch, ob das Ganze einem Zoo-Besuch gleich käme. Ja, man sollte. Wenn du Kapstadt aus mehr als nur einer Perspektive kennenlernen willst, dann gehört eine Township-Tour dazu, finde ich. Natürlich nicht als Armut-Gaffer hinter Busscheiben versteckt. Geh zu Fuß mit einem Guide, der selbst dort wohnt. Von ihm erfährst du mehr über das Leben in diesen Communities als irgendwo sonst. Es gibt einige Anbieter, die Guides vermitteln (nie allein gehen, das könnte tatsächlich gefährlich werden). Auf solchen Touren triffst du je nach Thema Kunsthandwerker, lernst die typischen Gerichte kochen oder besuchst einen Shebeen, die halboffiziellen Bars der Einheimischen. Mein Tipp: Mzoli’s Place in Gugulethu sonntags zum Brunch. Immer mehr Frauen vor allem haben erkannt, dass sie von dieser Form des Tourismus sich ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen können.

Posieren für’s Gruppenfoto

Für einen Strandtag empfehle ich dir den Clifton Beach Nr. 4, der als einer der schönsten von Kapstadt gilt, besonders am Nachmittag. Muizenberg mit den berühmten bunten Strandhäuschen solltest du ebenso wenig versäumen wie den Künstlerort Kalk Bay mit seinen hübschen Boutiquen und Galerien. Hin kommst du mit dem Metro Train ab Kapstadt. Das Kalky’s am Hafen und das Harbour House sind zwei Top-Adressen für frisches Seafood.

Ideal für einen Kurzurlaub in Kapstadt ist eine Woche. Und wenn die Narren am Aschermittwoch mit grauen Gesichtern in den Tag starten, trägt dich der südafrikanische Vibe gut gelaunt zurück in den Alltag.

Weitere Informationen
Anreise: Condor fliegt direkt z.B. ab Frankfurt nach Kapstadt, ab ca. 700 Euro, Flugzeit ca. 11 Stunden.
Unterkunft: Übernachten kannst du am besten in einem B&B oder Guesthouse. Schöne Unterkünfte in Kapstadt findest du auch bei SafariNow.
Essen gehen: Angesagte Restaurants, Cafés und viele kulinarische Tipps hat die Website EatOut parat.

Und wenn du über die närrischen Tagen doch lieber in Europa bleiben willst, gefallen dir vielleicht Tanjas Tipps zur Karnevalsflucht.

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