ITB: Unzählige Reise-Ideen für Travelholics

ITB Berlin 2016, Foto: Messe Berlin
ITB Berlin 2016, Foto: Messe Berlin

Nach der CMT im Januar in Stuttgart steht in Berlin jedes Jahr im März die nächste große Reisemesse an. Während die CMT vor allem Privatreisende anzieht, ist die ITB in den ersten drei Tagen den Fachbesuchern vorbehalten: 120.000 waren es 2016, schätzt die Messe, die auf rund 10.000 Aussteller trafen. Am Wochenende stehen die Messehallen jedem offen, der gern reist. Die Messe-Weltreise will allerdings gut geplant sein, denn alle 187 Länder und Regionen zu besuchen, ist schier unmöglich.

Selbst an den Fachbesuchertagen ist es an einigen Ständen relativ voll, doch insgesamt kann man sich einen guten Überblick verschaffen, welche Reiseziele gerade mehr oder weniger angesagt sind.

Vier Trends habe ich mir in diesem Jahr einmal näher angeschaut:

Meet the locals

Ein neues Reiseziel ansteuern, markante Sehenswürdigkeiten abhaken, die der Reiseführer als Must-see auflistet – und dann? War man zwar da, hat Land und Leute aber nicht wirklich kennengelernt. Immer mehr Regionen und Städte bieten Führungen mit Einheimischen, Workshops oder Thementouren an. Manche kann man buchen über das örtliche Tourismusbüro oder bei spezialisierten Veranstaltern wie Getyourguide, zu anderen geht man einfach hin und zahlt bei Gefallen am Anschluss ein Trinkgeld, beispielsweise Free Walking Tours in Kapstadt (Zeiten und Treffpunkt stehen auf deren Website). VisitBerlin hat mit GoLocal eine App entwickelt, mit der man auch allein durch die Berliner Kieze streifen kann.

Für meinen geplanten Asien-Aufenthalt hat mich das CBT-Projekt von Thailand interessiert. Beim community based tourism haben sich ein paar Dörfer zusammengeschlossen und lassen Besucher für einen oder zwei Tage an ihrem Alltag teilhaben. Die Anzahl der Gäste ist begrenzt, um den Charakter des Dorflebens nicht durch touristische Begleiterscheinungen zu verändern. Dennoch profitieren die Einheimischen von den Einnahmen aus diesem Projekt, die gerecht unter allen aufgeteilt werden.

ITB Berlin 2016
– Schleswig-Holstein -, Foto: Messe Berlin

Kurz mal weg

Lieber kürzer und öfter: Kurzreisen sind nach wie vor beliebt. Mal ein Städtetrip, beim nächsten Mal ein Wander-Wochenende oder eine Auszeit in einem Wellness-Hotel. Wichtig ist dabei, dass die An- und Abreise nicht ewig dauert.
Was liegt also näher, sich im eigenen Land ein wenig näher umzusehen. Deutschland ist ein absolutes Trendziel und wird es wohl auch noch eine Weile bleiben. Ich werde in den nächsten Monaten mal die deutsche Küste erkunden. Ob Ostsee oder Nordsee ist noch offen, ziemlich sicher steht jedoch fest, dass ich im Herbst oder Winter ein paar Tage dort verbringe. Außerhalb der Hochsaison ist das ein ideales Ziel für alle, die wie ich gern langsam unterwegs sind. Stichwort Slow Travel.

Die eine oder andere Städtereise steht 2016 ebenfalls auf dem Plan. Doch wahrscheinlich nicht die allseits beliebten Ziele wie London, Barcelona oder Amsterdam. Warum nicht mal nach Den Haag? Auch dafür ist eine Messe wie die ITB perfekt: sich überraschen lassen und neugierig werden auf Orte, die man nicht unbedingt auf dem Radar hatte. Die kleinen Schwestern der Metropolen sind mindestens ebenso reizvoll, aber weniger überlaufen.

ITB Berlin 2016
– Island -, Foto: Messe Berlin

Raus in die Natur

Ein anderes Land habe ich zwar schon länger im Blick, aber eigentlich nur dessen Hauptstadt Tallinn. Dabei passt „das restliche“ Estland genauso so gut zu meinem Reisenaturell: viel und gern draußen zu sein in der Natur. Nach der Präsentation von Travel Bloggers United und Estland über Moor, Wald und Bären rückt das baltische Ziel ein Stückchen nach oben auf meiner Reise-Liste. Weitere Pluspunkte sind die geringen Entfernungen und eine Top-Küche. Estland ist weniger Adrenalin-Abenteuer, sondern eher ein Reiseland zum Abschalten und Runterkommen. Muss man aber wollen, denn Digital Detox, das Modewort vieler Tourismus-Marketer, ist durch flächendeckendes Wifi nur mit Disziplin zu schaffen.
Ein weiteres Ziel, das ich für mich entdeckt habe: Jura und der Nationalpark Haut-Jura an der Grenze von Frankreich zur Schweiz. Auch hier lassen sich Wandern und gutes Essen wunderbar verbinden. Genau richtig für mich.

Gastronomie & Wein

Gastronomie und Wein sind zwei Themen, die in meinen Gesprächen mit Ausstellern sehr häufig aufkamen. Einige Regionen werben gezielt mit ihren hervorragenden Weinen und Köchen wie beispielsweise Katalonien, bekannt nicht zuletzt durch Starkoch Ferran Adrià. Frankreich ist und bleibt eine erste Adresse für Weinreisen, aber wer hätte gedacht, dass Malta kulinarisch interessant ist? Britische, sizilianische und nordafrikanische Einflüsse verschmelzen auf der Insel zu spannenden Küchenerlebnissen. Eines der attraktivsten Länder in puncto Genuss aber ist für mich Südafrika.

Hierzulande locken 13 deutsche Weinregionen zu genussvollen Entdeckungen, ob mit einem privaten Chauffeur entlang der Mosel oder zu Fuß auf herrlichen Wanderwegen durch die Weinberge. Mein Tipp: Weniger bekannte Orte wie das Taubertal, das sich über drei Weinanbaugebiete erstreckt oder die moderne Wein-Architektur in Franken.

Natur, Kultur und Kulinarik, die Balance von Aktivsein und Entspannen, das macht für mich eine Genussreise aus. Als Gegenstück zu unserem durchgetakteten Alltag bevorzugen mehr und mehr Menschen diese Art des Reisens, wie auf der ITB in Berlin zu hören war.

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Sehr entspannt war auch meine Anreise vom Flughafen sowie morgens vom Hotel zum Messegelände. Während meines Besuches der ITB habe ich den Business Class Service von Blacklane genutzt. Der Chauffeur-Dienst bietet sowohl Transfers wie auch Stadtrundfahrten auf Stundenbasis an. Sehr angenehm fand ich, dass die freundliche Fahrerin Yana (unter den rund 200 Chauffeuren in Berlin sind etwa fünf Frauen) mich direkt am Gate abgeholt hat. Keine drei Minuten später saß ich im Auto Richtung Hotel. Kein Anstehen, kein maulender Busfahrer. Stattdessen zurücklehnen im VIP-Taxi. Netter Extra-Service von Yana: Wasser, Schokoladen-Osterhasen und die neuesten Magazine auf dem Rücksitz.
Buchen geht ganz einfach online. Kurz vor der vereinbarten Zeit schickt Blacklane eine SMS mit dem Namen des Fahrers und eine zweite, wenn dieser eingetroffen ist. Hat super geklappt.

Mehr Eindrücke von anderen Reisebloggern:
– Tanja von vielweib.de ging soweit die Füße tragen
– Tanja von reiseaufnahmen.de machte eine dreitägige Weltreise
– Monika & Petar von travelworldonline.de geben ITB-Tipps für Reiseblogger
– Sabine von ferngeweht.de hatte einen vollen Kopf und platte Füße
– Janett von teilzeitreisender.de beobachtete Maskottchen und Trends

Meine Reise wurde teilweise unterstützt von Blacklane und von VisitBerlin.