Bag-in-Box: Aufregung um Nichts

Wenn es sein muss, zieht der Winzer sich sogar aus. Steht nicht nur an vorderster Front im Wein-Web 2.0 und mit Haut und Haaren ein für seine Weine, sondern ganz nackt auf der Bag-in-Box. Ein starkes Stück!

Das arme Huhn zetert voller Panik und die Gralshüter der Weinszene gleich mit. Eine „Schande für die deutsche Winzerschaft“ (die Ärzte lassen grüßen) sei das. Nun ja, die Humorbefreiten könnten die Hülle respektive deren Fall doch einfach mit „Verachtung bestrafen“. Den Bio-Riesling gibt es (noch) gar nicht in Deutschland. Doch bei derlei nackten Tatsachen ist für manchen Schluss mit lustig. Rat und Verstärkung finden sie vielleicht bei den amerikanischen Freunden. US-Behörden in Alabama zogen letztes Jahr diese Weinlinie aus dem Verkehr. Das Etikett sei pornografisch. Zu sehen war die Zeichnung einer Nymphe auf dem Fahrrad – ein Anzeigenmotiv aus dem letzten Jahrhundert, gestaltet von einem Pariser Maler.
Zum Glück leben wir in Europa. Doch wehe, wenn die Gegner Wind bekommen von den neuen Standards der Weinkommunikation. Danach soll Werbung nicht den Eindruck erwecken, dass Weinkonsum den sexuellen Erfolg oder die Attraktivität fördert. Mal ehrlich, wer will schon aussehen wie ein Huhn.