African Salad – ein Blick in Südafrikas Küchen

african salad

Nicht noch ein Kochbuch! Genau weiß ich gar nicht, wie viele bei mir schon im Regal stehen, hundert vielleicht. Oder ein paar mehr. Trotzdem – „African Salad“ muss es noch sein. Außerdem ist es kein richtiges Kochbuch. Es ist viel mehr als das. Stan Engelbrecht gewährt uns einen Blick direkt in die Küchen Südafrikas. Der Kapstädter Fotograf reiste quer durchs Land und klingelte bei wildfremden Menschen, um sie nach ihren Lieblingsrezepten zu fragen. Über 60 Südafrikaner öffneten nicht nur ihre Küchentür, sondern auch ihr Herz.

Wie Petro und Rynie Visagie, die sonntags erst in die Kirche gehen und danach eine Lammkeule auf den Grill legen und zwei Stunden rösten. Früher stand Petros Mutter stundenlang in der Küche, heute sitzt die 5-köpfige Familie beim braaivleis am liebsten gemeinsam draußen – ein liebgewordenes Ritual.

Oder Cathy Smith, sie schwärmt von ihrem Rogan josh, einem Ragout – obwohl ihr Haus abbrannte durch ein auf dem Herd vergessenes Rogan josh. Ihre neuen Mieter wollten kurz den Sonnenuntergang bestaunen.

Johannes, der Fußballfanatiker aus Johannesburg, der für sein Lieblingsteam alles tut. Bei besonderen Gelegenheiten bereitet er sogar einen Schafskopf für seine Jungs, so wie er es als Junge fasziniert beobachtet hat bei Familienfesten.

Engelbrechts einfühlsame Fotos und die persönlichen Geschichten zu jedem Rezept machen dieses Buch zu einem besonders leckeren Porträt Südafrikas. Ob Potjekos, Curry-Huhn oder Gehacktes vom Strauß – die Gerichte sind so vielfältig wie die Menschen. Einfach faszinierend. Auf den Geschmack gekommen?

African Salad - mehr als ein KochbuchAfrican Salad - kulinarische Reise durch Südafrikas Küchen Hier gibt es einen Blick ins Buch.

Jetzt hat Stan Engelbrecht seine Reise wiederholt – in Deutschland. Zusammen mit Nataly Bleuel und Dagmar Hoetzel porträtiert er, was Deutsche am liebsten essen. Erschienen ist auch dieser Bildband im Eigenverlag von Stephan Le Roux und Markus Schmidt.
Das is(s)t Deutschland ist genau so emotional und mittendrin wie die Tour durch südafrikanische Töpfe. Anders sind nur die Lieblingsessen. Die heißen in Deutschland Klitscher, Klöße oder Kirchweihnudeln. Und statt Schafskopf gibt’s hierzulande gebackenes Blut.
Besser kann man Land und Leute nicht kennenlernen als mit diesen Büchern. Außer man fährt selbst hin.

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